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Studierendenvertretung à la Luxembourgeoise

Dieser Post erschien zuerst in der Ausgabe 03/2014 des progress und wurde im März 2016 rückdatierend auf dieses Blog gepostet.

Sie hat nur wenige aktive Mitglieder und die sind dazu noch über den Globus verstreut. Dennoch gelingt es der UNEL, tausende Studierende für Demonstrationen zu mobilisieren. Wir werfen einen Blick auf die luxemburgische Studierendenvertretung.
In einer Artikelserie wollen wir verschiedene Studierendenvertretungen, die neben der ÖH in der gemeinsamen europäischen Studierendenorganisation European Student‘s Union (ESU) vertreten sind, vorstellen. Wir fangen mit einem Land an, das bis vor zehn Jahren noch überhaupt keine Uni hatte: Luxemburg. Die Studierendenvertretung Union Nationale des Étudiant-e-s du Luxembourg (UNEL) ist dennoch schon beinahe ein Jahrhundert alt.

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25. April 2014, Luxemburg-Stadt. 17.000 Studierende und Schüler_innen demonstrieren gegen die geplanten Kürzungen der Studienbeihilfe. Innerhalb weniger Wochen wurde in sozialen Netzwerken und in Schulen für den „Streik“ mobilisiert. Die Demonstration ist ein voller Erfolg, die pittoreske Altstadt Luxemburgs platzt aus allen Nähten. Aus dem ganzen Land sind Schüler_innen und Studierende angereist, um ihren Unmut gegen die Reform der Studienbeihilfen, die im Gesetz mit der Nummer 6670 beschlossen werden sollen, kundzutun. Sprüche wie „Dir soot kierzen, mir soe stierzen“ (Ihr sagt kürzen, wir sagen stürzen) oder „Wem seng Bildung? – Eis Bildung!“ (Wessen Bildung – Unsere Bildung!) lassen erkennen, dass die Demonstrierenden von den #unibrennt-Protesten inspiriert wurden. Die ehemals großzügige Beihilfe, die fast alle Studierenden beziehen konnten, soll von der neuen sozialdemokratisch- liberal-grünen Regierung massiv gekürzt und in ein bürokratisches Ungetüm verwandelt werden. Es ist die erste Sparmaßnahme der Regierung, sie findet ausgerechnet im Bildungsbereich statt. Hinter den Protesten steht das „Streikkomitee 6670“, ein Zusammenschluss aus verschiedenen Studierenden- und Schüler_innenorganisationen. Eine der wichtigsten Organisationen in diesem Bündnis ist die UNEL, die nationale Union der luxemburgischen Studierenden. Weiterlesen

analog adventures (XXIII)

Blick auf einen verschneiten Hof im Schwarzwald
Ich weiß nicht, ob der Schnee weniger geworden ist. Vielleicht kommt auch noch mehr und wir werden diese Hütte niemals verlassen können. Das wäre auch nicht so schlimm, denn hier sind einige spannende Menschen, mit denen ich mich sicher länger unterhalten könnte. Über Träume, die walisische Nationalhymne, Wien in den 1980ern oder The Great Gatsby. Zu anderen haben ich nicht wirklich Draht, vielleicht auch, weil sie jünger sind und ganz andere Erwartungen an all dies hatten. Wir trinken wahnsinnig viel Filterkaffee, nutzen jede noch so kleine Pause zum Rauchen und irgendwann muss ich mich mitten in den Flur setzen, weil eine Katze zu mir kam und gestreichelt werden wollte.
Ich mag diese Schulungssituationen, weil sie so weit weg vom Alltag sind.
Der Schnee lässt hoffen, dass sie ewig dauern könnten.

analog adventures (XXII)

Fischaugenfoto aus einem Fenster heraus auf einen verschneiten Hügel. Am linken Bildrand ist ein Haus zu erkennen, am rechten ein Baum.
Nach dem Nebel kam der Schnee. Der Nebel war unheimlich gewesen, so dicht und dick wie sonst nur in Sherlock Holmes-Romanen, aber ich hatte mich über ihn freuen können. So merkwürdig das auch klingt, ich hatte mich in dieser dichten Suppe aus Luftfeuchtigkeit geborgen gefühlt. Aber dann kam der Schnee und bedeckte die Hügel und Bäume und Dächer und den Hof, in dem wir in den Pausen rauchten und uns mit dem Koch unterhielten. Es war doch erst Oktober! Ich versuchte zu erklären, dass ein früher Wintereinbruch noch keinen Klimawandel macht und hoffte, Recht zu haben. Dieser Schnee war nicht der freundliche Stadtschnee, der alle Geräusche dämpft und nach zwei Tagen am Straßenrand zu grauen Eisbergen, die bis im April liegen bleiben, zusammenschmilzt. Würden wir die Sonne wiedersehen? Würde es je wieder Sommer werden? Hoffnungslosigkeit fiel vom Himmel, jede Flocke ein quasi-einzigartiges Muster.

wir werden gegoren worden sein

A Typical British Trench Raid On 8th April 1917
Ich bin unglaublich müde und ich gebe dem Albtraum, der mich vorgestern kurz nach dem Einschlafen (was soll das eigentlich?) weckte, die Schuld. Es ging, wie so oft in den letzten Wochen und Monaten um „den Konflikt“, den wir mangels eines besseren Begriffes immer nur „der Konflikt“ nennen. Ich träume so gut wie nie, weshalb ich ja auch Träume erfinde. Albträume sind noch seltener, aber es wundert mich nicht, dass ich nun davon träume, dass ich nach einem Tag voller Sitzungen und verpasster Termine erwürgt werde. Weiterlesen

analog adventures (XXI)

Fischaugenfoto einer grünen Wiese im Wiener Prater. Im Hintergrund sind Bäume zu sehen, die Wiese ist menschenleer.
Wenn zwei sich streiten, macht der Dritte ein Foto. Es ist grün und friedlich im Prater, das Wetter gibt wenig Anlass zum Klagen. Wir machen dennoch kaum mehr als Lesen und Rumsitzen. Ich kann mit diesen Situationen nicht umgehen. Vielleicht wäre es besser, die Leute für eine Stunde alleine zu lassen, damit sie sich aussprechen können. Das klingt wie ein Allheilmittel, ist deswegen mit Sicherheit keins. So bleibt nur: Herumsitzen, das Schweigen unangenehm finden und ein Foto machen. Ein einziges, denn dieser Moment verdient nicht mehr.