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Ann Leckie – Ancillary Justice

Leckie_AncillaryJustice_TP-692x1024Ann Leckie hat mit „Ancillary Justice“ mehere Sci-Fi Buchpreise gewonnen, unter anderem den Sci-Fi Buchpreis, den Hugo Award. Ich habe davon nichts mitbekommen, bis femgeeks darüber bloggte. Ich brauchte nach der „A Song of Fire and Ice“-Serie und ein paar Lovecraft-Kurzgeschichten (ich werde versuchen, darüber zu bloggen, um meinem Vorsatz vom Jänner treu zu bleiben), mit denen ich mich den Sommer über unterhalten habe, sowieso wieder Lesestoff. Bei kobo kostete das eBook 6,50 Euro. Das ist ein fairer Preis, auch wenn eins vor dem Lesen das DRM wegtun muss, weil das sonst ja nur in die Quere kommen würde. Schöne neue Welt des digitalen Lesens: Ich sehe irgendwo ein Buch, das ich haben will, kann es sofort kaufen und auf meinen eReader schubsen, ohne auf ein Paket warten oder mir ein schlechtes Gewissen über alle Menschen, die das Buch vor mir in der Hand hielten, machen zu müssen.

Ancillary Justice spielt irgendwann in einer sehr fernen Zukunft. Die Menschheit hat viele Systeme kolonisiert, an die Erde kann sich keine_r mehr erinnern. Das Radch-Imperium hat tausende Jahre damit verbracht, andere Planeten zu annektieren, um diesen die „Zivilisation“ zu bringen. Die Protagonistin ist für einige dieser Annektionen mitverantwortlich, sie ist nämlich ein Schlachtschiff der Radch. Oder besser gesagt: die AI eines Schlachtschiffes, die neben ihrem Raumschiff-Körper auch noch viele Ancillaries, mit kybernetischen Implantaten aufgerüstete menschlische Körper steuert, die teilweise die Besatzung des Schiffes stellen. Der Roman ist aus ihrer Perspektive geschrieben, was sie gleichzeitig zu einer nahezu allwissenden Erzählerin und meheren „einzelnen“ Figuren macht. (Kleinere Spoiler nach dem Klick.) Weiterlesen

they say to be for sure

dye dye my darlingÜber die 1990er MTV-Animationsserie Daria habe ich hier schon geschrieben und die Serie in höchsten Tönen gelobt. Gerade sehe ich mir die Serie mal wieder an, weil Sommer für mich immer auch Melancholie bedeutet und Nostalgie nach einer Jugend in den 90ern, die ich nie hatte. Gestern kam ich dann zu der letzten Episode der vierten Staffel (Dye! Dye! My Darling). Ich will nicht zu viel spoilern, aber: Daria und ihre beste Freundin haben einen schlimmen Konflikt, der auch am Ende der Folge (und der Staffel) nicht aufgelöst wird.

Das sind die Momente, in denen ich mich wirklich über die Gnade der späten Geburt freue. Die Fans mussten 2000 nämlich fast einen Monat warten, bis sie im Sommerspecial Is It Fall Yet? eine Auflösung der Situation präsentiert bekamen. Ich kann einfach weiter schauen und weiß, wie es ausgeht, dennoch nahm mich die Szene wieder einmal sehr mit, gerade weil der Schluss passend musikalisch unterlegt ist. Die meisten Folgen der DVD-Version sind mit billiger Stock-Musik unterlegt und im Outro ist eine Reprise des Intros zu hören. Bei Dye! Dye! My Darling hat eins sich für einen unbekannten Song entschieden, der ein kleines Mysterium darstellte, da nirgendwo der Name oder die Lyrics zu finden sind. Ich war schon dabei, die ersten Zeilen für diesen Eintrag zu schreiben, da fiel mit ein, dass es ja Dinge wie Shazam gibt und probierte kurz aus, ob es den Titel kennen würde. Weiterlesen

Die Geschichte mit der Tracht

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Gestern geisterte auf twitter das Stichwort „Dirndl“ durch die Timeline. Ich habe die Aufregung nicht gleich verstanden, aber soviel ist nachzulesen: die deutsche Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär (CSU) trug im Parlament ein Dirndl, was grüne Politiker_innen zu Kommentaren zur Tracht verleitete (Nachzulesen hier oder hier). Von Österreich heraus betrachtet ist das eine ziemlich lustige Geschichte, denn hier stört sich keine_r an Trachten im Nationalrat. Es sei denn, sie werden von türkischstämmigen Grünen-Politikerinnen getragen. Ich musste an eine Geschichte denken, die ich damals nicht erzählt habe, obwohl sie mit einigem Leidensdruck verbunden war. Ich habe mich nämlich auch einmal zur Tracht geäußert und gefühlt alle Konservativen meiner Uni verärgert … Weiterlesen

analog adventures (XXIV)

Schnee im Schwarzwald. Zu sehen sind schneebdeckte Hügel, Bäume und ein Dach.
Der Schnee legt sich auf uns, begräbt uns und lässt keinen klaren Gedanken mehr durch. Er würde auch den Mobilfunkempfang lahmlegen, wenn es an diesem Ort überhaupt Mobilfunkempfang gäbe.

Was will uns der Autor mit dieser Metapher sagen?
Richtige Antwort: Der Autor hat überhaupt nichts zu sagen und will endlich etwas zu diesem Bild schreiben, das schon seit fast zwei Wochen in den Entwürfen liegt und veröffentlicht werden will.
Bessere Antwort: Der Autor hat überhaupt nichts zu sagen, weil er tot (genauso wie Barthes!) ist.
Beste Antwort: Warum steht da so oft „der Autor“ und so selten „die Autorin“ (oder gar der_die Autor_in)?

Ich erinnere mich an die Nacht, in der wir in die Unterführung gingen und tanzten und versuchten, damit die Geister zu vertreiben. Ich schrie das Universum an, was wahrscheinlich besser klingt als es ausgesehen hat. Und seit fast einem Monat versuche ich, einen Text zu diesem Bild zu formulieren, aber ich schaffe es nicht.
Hiermit gebe ich auf.