Ebbe.

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„Du musst ja nicht jeden Tag bloggen.“, denke ich mir und irgendwer in mir murmelt eine Entschuldigung. Es war ein langer Tag, es ist jetzt schon spät, ich kann morgen ja zwei Posts schreiben, ich habe viele Mails geschrieben.

Aber ich will jeden Tag bloggen. Ich hatte mich fast schon dafür entschieden, nichts mehr zu schreiben und liege wach und angezogen im Bett und scrolle an tumblr entlang, blicke die Schräge an, die Wand ist und versuche, nicht auf die Uhr zu schauen und mein Telefon so zu halten, dass es mir nicht zu schwer wird oder meine Handgelenke nicht einschlafen. Und das ist das schlimme daran, keine Katze zu sein: Sich nicht einrollen können, nicht tiefenentspannt dabei aussehen. Jede Position ist auf Dauer unbequem, denn nach wenigen Minuten entschließt sich irgendein Körperteil, „einzuschlafen“ oder taub zu werden oder sonstwie darauf aufmerksam zu machen, dass die Idee, die vor drei Minuten noch gut schien, sehr blöd war.

Also öffne ich die App und drehe mich in eine noch unbequemere Position und schreibe über meinen Tag, der aus langen Gesprächen bestand, die mich nachdenklich zurücklassen. Ich fühle mich wie der Strand nach der Flut, nass und glitschig und voller Muscheln. Ich habe noch nicht ganz verstanden, was mir gesagt wurde. Vielleicht muss das Meer erst zurückkehren, den nassen Sand wieder bedecken, bevor ich mit dem Gesagten etwas anfangen kann.

Eine Möwe landet in dem nassen Sand und sucht nach Muscheln.

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