Aérogareportdrome V

Ich träume so gut wie nie oder erinnere mich nie an meine Träume, deswegen denke ich mir selbst welche aus …

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„Wir möchten die Passagiere von [u̢̖̮̗̮̪͂᷈̀̇ͫ̕̕͟͝n̞̣̫᷿͚̩̯̋̀᷅᷾̕͜͜͝v̡͎̯̖̥͎͙̎̀͐́᷾̆ͭ͟͠ͅe᷊̭͈᷅͆̇ͣ̈̀ͫ͊͒᷆͘͝r̥̞᷉ͭ͋͏̨̘͙̹͇̀ͭ͟ͅs̸̭̺̹̃͆᷁᷈ͤ̀̀̅̈́͠͝ţ̲̼̦̣̘᷂̓᷄̀͊ͮ̃̒̄͑᷀̋̕ä̺̺̥̭̘̯᷀͌ͮ͐̀ͧ᷇̍̍n̷̴̡̩̺̘͖᷀͆̀͗͘̚͜ͅd̳ͦ͏̵̠̱̹͕̭̅̀͑͌ͩ̈l̴̬̻͖̪̻̳̲̰̈̈̀͋͋᷉͆͟͝͠i͔̰͓᷊̯͍ͩͧ́̀ͩ̆̅͗ͣc̵̢̪᷊̯͉̓ͯ̀ͫͨ᷆̅᷅͡h̡̜̼᷂᷿̄͆ͪͥ̀̇̉᷉̏᷾̔̚] informieren, dass wir nun bei Gate F542 mit dem Boarding beginnen. Bitte halte sie ihre Tickets bereit“, tönt es aus Lautsprechern. Es ist genau die gleiche Stimme, die schon unzählige andere Passagiere zu unzähligen anderen Flügen aufgerufen hat. Die Aufforderung folgt auf weiteren Sprachen, von denen ich einige nicht verstehe, aber ich muss sie mir dennoch anhören, denn die Realität hat noch keinen Mehrkanalton.

Ich stelle mich hinter die Leute, die schnell von ihren Sitzen aufgesprungen sind und nun eine Schlange vor der Person, die unsere Tickets ein letztes Mal auf ihre Gültigkeit überprüft, bilden. Am Gate selbst überprüfen nach wie vor Menschen mit Hilfe von Barcodescannern, ob das Ticket zum Flug zugelassen ist. Von den Schildern, dass Menschen dies niemals so gut und akkurat könnten wie Maschinen, ist nichts mehr zu sehen, vielleicht hat die Betreibergesellschaft des Flughafens, der gleichzeitig auch ein Busbahnhof ist, ihren Fehltritt erkannt und an den Gates bereits ausgebessert.

So stehe ich also in der Schlange, die nur langsam voran kommt, weil natürlich alle sehr schnell aufgesprungen sind, jedoch kaum wer die Tickets bei Hand hat und die meisten Passagiere sie mühsamst hervorkramen müssen. Zuerst fahren die Hände in die Hosentaschen, wo sich natürlich kein Ticket befindet, dann werden die äußeren Taschen von Jacken und Mäntel durchsucht, danach erst die inneren. In einigen besonders verwirrten Fällen muss die Kontrollperson die betreffenden Passagiere darauf hinweisen, dass sie ihr Ticket überhaupt nicht suchen müssen, sondern es bereits in der Hand halten. Wer kontrolliert wurde, muss sich einen Teppich nehmen und sich damit in eine gelbe Röhre setzen, die offenbar eine Rutsche. Der Koffer brummt und piepst ungeduldig, denn er weiß, dass vor dem Start nicht mehr allzu viel Zeit bleibt. Ich suche mein Ticket noch bevor ich an die Reihe komme, die Kontrolle verläuft ohne Beanstandungen. „Gute Reise“, lächelt mir die Kontrollperson der Airline/Buslinie nondeskript und mehrdeutig entgegen.

Ich nehme den Koffer zwischen die Beine, wir sitzen beide auf dem Teppich, die Kontrollperson gibt mir einen kleinen Schubser, damit der Rutschvorgang schneller von statten geht. Der Koffer piepst ein langes, ängstliches Piepsen, während wir in langen Windungen eine Korkenzieherrutschte herunterrutschen. Die Röhre ist zwar immer noch gelb, aber sie wirkt viel dunkler, beinahe schwarz, bis mich das Licht am Ende des Tunnels blendet. Als ich die Augen wieder öffne, stehe ich vor einem Bus, auf dem „Ď̡̪̌͑̌̍̌̓̌̌̌̌͢ͅě̜ͮ̌᷁̌᷈̌̓̌̃̌̌̃̌š᷂͎̦᷂̍̌̌̌̓̌̌̌ͮ̌ţ̴̼̥̙̼̗̙̜̌ͯ̌̌̌̓̌̌᷆̌̌͑̌̌̌̌̓̌ͬ̌̌̌ǐ̸̜̤̌̌̌̓̌̌̄̌̏̌ͅň͏̶̢̌̊̌̌̓̌̎̌̌̌͜ǎ͈̻͙̌̍̌᷆̌̓̌̌ͩ̌̌ť̵̰̌ͭ̌ͯ̌̓̌̌̌᷅̌͢ǐ̱̞̌̂̌̌̓̌̌͛̌̌͢͜ǒ̴̱̌̌ͤ̌̓̌᷄̌ͧ̌̌̚ň̶̪᷈̌̉̌́̌̓̌̌̌̌͞“ steht. Ich steige durch eine riesige Hintertür ein, die nahtlos an das Flughafengebäude, das gleichzeitig auch ein Busbahnhof ist, anschließt. Ich kann mich nicht entscheiden, ob dies ein sehr spartanischer Fernreisebus oder ein sehr luxuriöser Flughafenbus ist.

Der Bus rollt davon, ich schaue aus dem Fenster und sehe nur ein weites Feld aus Asphalt und Beton.

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