Wie das Netz aussieht

Als ich zwei Links zum Thema vom Vorpost postete

Ein Switch mit vielen bunten Ethernet-Kabeln

Lustig, wie der Zufall manchmal so spielt. Gestern bloggte ich darüber, dass ich IRC-Kanäle und insgesamt ewig langes Chatten vermisse, heute spülte mir Twitter wie zum Dank dafür zwei Artikel zum Internet in die Timeline. Der erste behandelt ebenfalls die Nostalgie, mit der manche von uns an das alte, langsame, hässliche Netz zurückdenken.

A nostalgic look back at digital music piracy in the 2000s ist genau das, was der Titel verspricht. Nicht das legendäre Napster, sondern auch die Plattformen, die ihm folgten, werden vorgestellt. Ich hab Napster nur vom Hörensagen gekannt, als ich aktiv im Netz unterwegs war, hatte der Dienst seine Türen schon geschlossen. Audiogalaxy werde ich jedoch immer nachtrauern, denn in meiner Erinnerung gab es dort wirklich alles, sogar luxemburgische Karnevalsmusik. Auch das Downloaden über IRC erklärt der Artikel, inklusive einiger alter Screenshots, so dass das, was ich gestern theoretisch erklärt habe, auch bildlich dargestellt wird. Ich hab mich ja lange gegen einen Spotify-Account gewehrt, weil ich die Musik zum Offair-Radiomachen als Dateien besser gebrauchen konnte, aber vielleicht wird 2019 ja das Jahr, in dem ich mir endlich einen Account mache, um am Ende des Jahres auch so eine hübsche Grafik posten zu können, wie das alle tun.

The internet, but not as we know it: life online in China, Cuba, India and Russia ist ein Projekt vom Guardian, das nicht nur inhaltlich sehr spannend ist, sondern auch im Webdesign überzeugt. Das Thema „individuelles Artikeldesign“ war vor ein paar Jahren mal etwas, worüber sich Blogger*innen ausgetauscht und was sie ausprobiert haben. In den letzten Jahren ist das auch bei Mainstream-Medien aufgetaucht, was ich eigentlich sehr spannend finde. Immerhin tun sich so ganz neue Wege auf, um Inhalte zu präsentieren – bei dem Thema bietet es sich einfach sehr an. Am spannendsten fand ich das Kuba-Beispiel. Das System wendet Netflix in etwas abgeänderter Form übrigens auch an: Ein eigenes Content Delivery Network cacht die Inhalte möglichst in der Nähe der Nutzer*innen, und dabei wird wohl auch genau geschaut, die Geräte möglichst mit den jeweils lokal populären Serien zu bestücken. Aber generell ist es schon merkwürdig, wie viele unterschiedliche Facetten „das Internet“ haben kann – und da sind Zensur- und Kontrollmaßnahmen wohl nur die Spitze des Eisbergs.

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