Im Nebel

Als ich eines Abends im Nebel stand

Ein Bahnsteig im Nebel.

Ich wache morgens im Nebel auf und gehe am Abend mit dem Nebel schlafen.
Ich ignoriere, dass er tagsüber nicht da war, dass die Sonne schien und ich die jubelnden Gedanken an den nahenden Frühling beinahe schon nachvollziehen konnte.
Der Nebel hat das Land eingepackt, wie in Watte.
Ich atme aus und ein und bei jedem Ausatmen kommt eine kleine Nebelwolke aus meinem Mund und meiner Nase.
Vielleicht besteht der Nebel ja auch nur aus der Summe allen Atems, der morgens und abends in den Himmel geblasen wird?

Die Tage werden länger, mit jeder Umdrehung ein paar Sekunden mehr.
Viel zu langsam aber für mein ungeduldiges Ich, das den Sommer vermisst, der so viel leichter wirkt in seiner stickigen Schwere, zumindest prospektiv.
Ich sehne mich nach den Geräuschen von Straßenbahnen, die in der Nacht leer ihre Runden ziehen, nach dem Geruch von halbgeschmolzenen Asphalt und sich verflüchtigendem Benzin, das aus den Tanks der abgestellten Motorrädern entweicht.
Aber im Moment habe ich nur den Nebel, zu dem ich mit jedem Atemzug meinen Teil beitrage.

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