_

Die Endlagerung

Als ein Screenshot mich wach hält.

Eine Tasse Tee (er ist orange, es ist Tee mit Milch) in einer großen Tasse. Sie steht auf den Holzlatten, die den Boden des Balkons bilden. Daneben liegen drei gelbe, welke Birkenblätter.

Kurz bevor ich den Text poste, gehe ich alte Fotos durch, weil ich eins suche. Sie liegen alle in einem Ordner, in den sie automatisch hochgeladen werden, chronologisch geordnet. Aus irgendeinem Grund sind auch Screenshots darunter.

Ich klicke mich also durch all diese Fotos und als wäre es nicht hart genug, all diese Erinnerungen zu sehen, die zwischen belanglosen Screenshots, fruchtlosen Selfieversuchen und „Wie sieht meine Frisur von hinten aus“-Überprüfungsfotos liegen, ist da auch was anderes.

Weiterlesen

weekend reading 9

Ihr kennt das eh.


Das ist die Stelle, wo ich immer hinschreib, was ich diese Woche so für meine Arbeit geschrieben habe, aber der Artikel geht erst nach dem Wochenende online. Wir sind zwar der Meinung, dass unser Journalismus für alle und nicht nur für die zahlenden Leser*innen verfügbar sein sollte, aber verschiedene Stücke veröffentlichen wir halt ein klein wenig zeitversetzt. Über den Artikel und den Inhalt habe ich aber mit meiner Kollegin Tessie Jakobs in unserem woxx-Podcast geredet. Ich nerde ein „wenig“ auf Luxemburgisch über Luftqualität herum, ihr kennt das ja bereits so ein bisschen.

Weiterlesen

Das Verschwinden

Als sich im Bus jemand neben mich setzte.

Vier Kühltürme und eine Halle eines Stahlwerkes. Im Vordergrund ist ein Geländer zu sehen, im Hintergrund zartrosa Himmel mit Wolken. Das Foto ist aus einem Bus aufgenommen, die Spiegelung der Scheibe ist zu sehen.

Es ist alles ein wenig besser, sicher war es der Tee oder das scharfe Essen oder meine Sorgfalt gegenüber mir selbst, die mich geheilt haben. Eventuell liegt es auch nur daran, dass ich den ganzen Tag zu tun habe und mich gar nicht darauf konzentrieren kann, das Kratzen im Hals zu spüren oder auf die laufende Nase zu achten. Möglicherweise war ich gestern auch lediglich sehr melodramatisch.

Weiterlesen

Die Sprachlosigkeit

Als meine Nase lief und mein Hals kratzte.

Fünf Kühltürme eines Stahlwerkes nebeneinander. Nur die Spitzen sind zu sehen, davor steht eine graue Wand, davor ist ein Geländer zu sehen. Im Hintergrund blauer Himmel und einige Wolken.

Ich bin sprachlos. Meine Nase läuft, mein Hals kratzt und es nervt mich. Es hält mich vom Denken ab, lenkt meine Gedanken in Richtungen, in die sie nicht gehen sollten. Dabei hab ich mich heute morgen schon viel besser gefühlt und dann hab ich mir ein großartiges Linsencurry gekocht, das eigentlich alles wegwischte. Aber auch das hielt nicht lange an.

Weiterlesen

So wütend.

Als ich über „soziale Netzwerke“ sinnierte.

Ein Bergtal mit einigen bunten Häusern und einem sehr bedrohlichen, düstern Himmel.

Mich macht alles so wütend. Dinge, die mich nicht so reizen sollten, weil es doch eh immer das gleiche ist: Menschen auf „sozialen Netzwerken“ verbreiten Quatsch, oder was ich für solchen halte und ich möchte gleich losschreien. Oder auf Google scholar drei Paper suchen, die sie widerlegen. Was soll das bringen? Ich kann ja nicht einmal Menschen von Dingen überzeugen, die mir wirklich wichtig sind.

Weiterlesen

Die Unentspannung

Als ich über dieses Experiment nachdachte.

Eine Stahlbrücke vor leicht rosa Sonnenuntergangshimmel

Ich lag den ganzen Tag herum, weil ich dachte, ich würde davon entspannter. Nun bin ich unentspannter, weil ich den ganzen Tag herumlag. Es sind die Überreste des Freelancerlebens, die sich mit dem wunderbar entspannten Leben des Journalisten gepaart haben. Noch zwei Zeichen, dann passt dieser Text nicht mehr in einen Tweet und hat somit die absolute Berechtigung, in ein Blog geklebt zu werden.

Weiterlesen

Die Proklamation

Als ich an einen Sommerabend dachte.

Ein Sonnenuntergang.

Kennt ihr das, wenn ihr euch Monate später noch fragt, wer an einem Abend eigentlich mit wem geflirtet hat und was da theoretisch alles hätte passieren können? Ich bin ja ein wenig besser darin geworden, zu merken, wenn Menschen mich anmachen. Und auch ein wenig besser darin, Menschen so anzumachen, dass es nicht völlig platt und auch nicht so subtil ist, dass sich irgendwann alle Beteiligten fragen, was denn da jetzt eigentlich passiert ist.

Weiterlesen

weekend reading 8

Als ich wieder Links postete

Auf der heutigen woxx war am Cover ein Bild eines Demoschildes von der Klimawoche letzter Woche. Leider nicht, weil wir uns nochmal mit der Demo an sich befasst haben, sondern weil es in Luxemburg auf sozialen Netzwerken viel Aufregung und Diskussion um eben dieses Schild gab, denn auf dem „Fuck me, not the planet“ stand. Das eine junge Frau hielt. Wie ihr euch vorstellen könnt, reichte die Diskussion von Sorge bis hin zu „lustig“ gemeinten Vergewaltigungsaufrufen. Meine Kollegin Tessie Jakobs hat das alles aufgedröselt und erklärt, warum die ganze Diskussion großer Topfen ist: „Fick mich, nicht den Planeten“. Über das Phänomen haben wir heute auch im Podcast der woxx geredet (auf Luxemburgisch): Féck mech, net de Klima.

Weiterlesen