Die gewaltige Decke

Als mir kalt war.

eine decke mit punkten

Ich möchte mich zudecken unter einer gewaltigen Decke und lange schlafen. Ich wusste ja, dass der Sonne im Februar nicht zu trauen wäre. Und jetzt ist es März und der Regen beherrscht wieder das Land. In der imaginierten Version Luxemburgs in meinem Kopf regnet es ständig. Aber wenn ich dann wirklich nachschaue und Klimadiagramme vergleiche, regnet es zum Beispiel in Seattle viel mehr. Aber vielleicht ist das auch keine gute Vergleichsgröße. Ich bin nämlich der Meinung, dass es der Regen ist, der mich müde macht. In Wirklichkeit bin ich nämlich ein kaltblütiges Tier, das nur dann wach und munter sein kann, wenn die Sonne scheint und ich nicht in unangepasster Kleidung durch den Regen laufen muss.

Mein Blick fällt auf ein Notizbuch, das ich offensichtlich viel zu optimistisch gekauft habe, weil meins ja schon fast voll wäre. Immerhin ist das ein Handwerkszeug und ich muss nicht fürchten, es würde in ein paar Jahren noch komplett leer im Regal stehen. Das passiert höchstens, wenn morgen wer elektronisches Papier erfindet, auf das ich kritzeln kann.

Ich erinnere mich – weil gerade ein Lied einer Band läuft, die damals gespielt hat – an eine Konzertreihe, die mich verzaubert hat, sich eingebrannt hat in mein musikalisches Gedächtnis wie kaum andere Konzerte. Vielleicht lag es tatsächlich an den Bands, die ich immer noch großartig finde, deren Musik mich oft genau im richtigen Moment erwischt. Vielleicht aber auch an einer Kombination an Stimmung, jugendlicher Beeindruckbarkeit und der Welt, die halt vor gut zwölf Jahren noch eine andere war. Oder einfach, weil es viel zu wenig Songs über Zeitreisen gibt.

Ich möchte mich zudecken unter einer gewaltigen Decke und jemanden neben mir spüren, denn es ist immer noch viel zu kalt in dieser dunkeln Welt.

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