Das Warten

Als ich warten musste.

Wieder einmal muss ich warten. Es ist meine eigene Schuld, ich habe nicht genau genug geschaut oder habe vielmehr nicht die Möglichkeit einer Eventualität in Betracht gezogen. Trotzdem ist es kalt und windig und ich würde früher als später unter einem vertrauten Dach ruhen, aber das ist mir heute nicht gewährt.

Nicht nur jeden Ansatz einer Frisur hat die äußerst bewegte Luft weggetragen, sondern auch jeden Willen, mich nicht dem Schicksal zu ergeben. Ich erhebe beide Hände, unbewaffnet und nackt. Ich wünschte, ich könnte eine weiße Fahne schwingen, aber auch sie würde der Wind hinfortblasen.

In Anbetracht eines schrecklichen Geständnisses ruhig bleiben, das im Körper aufsteigende Adrenalin spüren, ein- und ausatmen und es einfach ignorieren. Statt sofort schreihend zu reagieren minutenlang nur schweigend dasitzen und das Gegenüber ungläubig anstarren. Und dann nur einen Satz sagen, der einen Schlussstrich zieht, scharf wie eine Rasiermesserklinge, statt nach Erklärungen, Antworten und Analysen zu fragen.

Eine gute, eine bessere, vielleicht die beste Reaktion. Dem Wurfgeschoß nicht ausweichen, den Kopf hinhalten, eine Gehirnerschütterung davontragen, aus den Ohren bluten und niemals auch nur fragen, was das denn jetzt sollte.

Alles in mir möchte fliehen, zumindest aus dieser Vorstellung. Ich ziehe keine Katzen mehr groß, ich brenne keinen Schnaps, ich hege keine Bienen, bin ich überhaupt ein Mensch?

Es gibt auf all diese Gedankenspiele und Fragen sicherlich befriedigende Antworten, aber ich habe keine. Zero Points, das Papier, auf das ich sie niedergeschrieben habe, wird vor den Augen Aller zum allgemeinen Gelächter verbrannt und ich schäme mich nicht einmal.

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