Die Erleuchtung

Als ich keine Erleuchtung, sondern einen Tagtraum hatte

zwei Lichter im dunkeln

Jetzt ist es schon wieder so spät. Ich wollte doch noch so viel machen, aber ich habe den Tag damit verbracht, auf Youtube Videos zu schauen. Und diese Dokumentation über Flathearthers, die gar nicht einmal so schlecht war. Ich muss an Fernbusreisen denken. Ich weiß nicht einmal genau, warum eigentlich. Die zwei Monate, in denen ich regelmäßig, eigentlich fast jede Woche, mit dem Fernbus gefahren bin, wirken so unendlich weit weg. Dabei ist nur so viel passiert, nicht so viel Zeit vergangen.

Damals habe ich viel Musik und die Grenzen des kontinuierlichen Musikstreamings über eine mobile Datenverbindung kennengelernt. Oder wiederentdeckt. Und auch, wenn ich es geschafft habe, sie rüberzuretten, sie nicht auf diese Zeitspanne zu fixieren, so sind sie und ihre Entdeckung doch intim mit dieser verbunden. Ich weiß noch, wie ich mich gefühlt habe, was mit durch den Kopf ging, wie alles in mir glühte vor Verarbeitenmüssen.

Auch ich suche nach dem einen Geheimnis, das alles großartig macht und weiß schon, dass es nicht zu finden ist. Ich stelle mir vor, wie ich auf Wanderschaft gehe, nur ein Bündel als Gepäck, und durch die Berge stolpere in der Hoffnung, die eine große Weisheit zu finden. Irgendwann würde ein großer Scheinwerfer auf mich gerichtet, inmitten der dunkelsten Nacht, und ich hätte eine Erleuchtung. Und so schwebe ich zurück vom Berg ins Tal, zu den Menschen, um ihnen die frohe Botschaft zu verkünden.

Aber es gibt sie nicht, die eine große Wahrheit, das großartige Rezept, den einen Ring. Es gibt lediglich: Sandkörner, die, so sie stetig und in mühevoller Kleinarbeit aufeinandergetürmt werden, eine Skulptur ergeben, die alle anders interpretieren werden. Jedes Sandkorn ist ein Berg, den ich auf meiner Wandschaft überquere, jeder Berg ist eine Anhäufung von Sandkörnern.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *