Soundeffekte

Als ich über Töne schrieb

Ein analoges Mischpult mit Fadern und Knöpfen in verschiedenen Farben.

Wer regelmäßig irgendwas mit meta hört, denkt es sich vermutlich schon: Ich mag Soundeffekte. Eine meiner frühesten und liebsten Beschäftigungen beim Freien Radio war es, Jingles bzw. Spots zu produzieren. Ich habe leider keinerlei Ahnung von Musik und kann auch kein Keyboard spielen, sonst würde ich vermutlich öfters Begleit„musik“ zum Podcast spielen. Aber so kleine Spots für Fake-Podcasts (wie „Detective Joël“) oder sonstige Witz-Ankündigungen (wie „Katja und Joël spielen Pokémon Obst und Gemüse“) zu basteln bereit mir enorm viel Spaß. Nicht nur, weil ich dann endlich mal die kreativeren Effekte in Audacity ausprobieren kann, sondern auch, weil es für mich sehr befriedigend ist, ein wenig Musik und wacky Aufnahmen zusammenzustöpseln und nachher kommt etwas raus, das ich einfach sehr lustig finde.

Und so wenig ich manchmal das Gefühl habe, meine Stimme, Mimik, usw. beeinflussen zu können: Vor einem Mikrofon kann ich das schon. Und da macht es mir auch richtig Spaß, sie so einzusetzen, dass es „übertrieben“ (in welche Richtung auch immer) klingt. Ich weiß beim Podcast nur nie ganz, ob die Menschen, die es hören, meinen vielleicht dann doch etwas schrägen Humor verstehen. Einerseits klingen die Sachen natürlich so wie sie klingen, weil meine Möglichkeiten begrenzt sind und ich halt Audacity und nicht irgendeine professionelle Software verwende, mit der ich vermutlich viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten hätte. Und weil ich versuche, den Podcast möglichst frei von Dingen zu halten, die Copyright/Lizenz-Probleme bedeuten könnten und daher auf Sounds mit CC-Lizenz (oder gleich welche aus der Public Domain) setze. Aber zum Großteil ist das Übertriebene, das Klischeehafte schon so gewollt, weil es halt schlechte Radiospots parodieren sollte.

Heute bin ich dann über einen meiner Lieblingspodcasts (99 percent invisible) auf einen Podcast nur über Sound und Soundeffekte gestoßen: Twenty Thousand Hertz. Zum Kochen hörte ich die Doppelfolge über die „Deep Note“ von THX, die mich wirklich erstaunte. Der Soundeffekt war im Original ein Programm, in dem Zufallsparameter eine große Rolle spielten. Die Leute um George Lucas herum verloren die „Original“-Aufnahme und der Sounddesigner musste versuchen, eine Version aus dem Programm rauszuholen, die der ursprünglichen Version recht nahe kam. Die Folge, die 99pi spielte, handelte von Soundeffekten aus alten Cartoons, die teilweise heute noch im Gebrauch sind. Ich fand das sehr faszinierend, mal von den Leuten zu hören, die solche Effekte professionell zusammenbasteln.

Und mir fiel ein: Wenn die Effekte aus Comics von Hanna-Barbera und Warner Bros. so alt sind, sind die vielleicht schon gemeinfrei? Ich googelte kurz und fand eine ganze Sammlung von Cartoon-Sounds bei archive.org. Was mit für die nächsten Podcast-Episoden natürlich ganz andere Möglichkeiten eröffnet …

Eine kurze Notiz zum Schluss: Ich habe aus Spaß nachgeschaut, was ich am 13. Januar und am 13. Februar geschrieben habe, und es waren immer solche „Joël plaudert aus dem Nähkästchen“-Texte wie heute. Sehr lustig.

Bonus: Diese Kompilation diverser Startup-Sounds von Spielkonsolen.

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