Die Unentspannung

Als ich über dieses Experiment nachdachte.

Eine Stahlbrücke vor leicht rosa Sonnenuntergangshimmel

Ich lag den ganzen Tag herum, weil ich dachte, ich würde davon entspannter. Nun bin ich unentspannter, weil ich den ganzen Tag herumlag. Es sind die Überreste des Freelancerlebens, die sich mit dem wunderbar entspannten Leben des Journalisten gepaart haben. Noch zwei Zeichen, dann passt dieser Text nicht mehr in einen Tweet und hat somit die absolute Berechtigung, in ein Blog geklebt zu werden.

Vielleicht ist das ein guter Moment, um über den Sinn und Zweck dieses Unterfangens nachzudenken. Einerseits denke ich jeden Tag von selbst dran, dass ich noch bloggen muss. Ich könnte da also auch beliebig viele andere kleine Aufgaben dran hängen, zum Beispiel 36 Situps machen oder 15 Kilometer durch den Schlamm robben, um ein fitter Mensch mit glänzender Haut zu werden. Zumindest bilde ich mir das ein.

Und andererseits stresst es mich, weil ich jeden Tag beim Heimgehen denke „Ah, Feierabend! Oh nein, ich muss noch bloggen!“, als könnte ein Mensch nicht entspannen, nur weil noch eine Aufgabe vor ihm liegt. Aber ich kann ja auch nicht entspannen, wenn ich absolut nichts tue, ich bin eine einzige Verspannung, irgendwann mein Körper sich zusammenziehen und ich werde zu einer Art menschlichen Diamant werden, der schreckliche Laserstrahlen schießt und über den Planeten herrscht (oder so).

Ich weiß noch nicht, ob das gut ist. Ich mag das, was dabei herauskommt. Und vielleicht brauche ich diesen inneren Zwang halt, um überhaupt etwas zu schreiben – herumliegen und sich danach deswegen unentspannt fühlen ist halt sehr anziehend, aber davon schreiben sich halt keine Texte. Insofern bleibt mir nur, dieses Experiment weiter durchzuziehen und die verständnislosen Blicke wie Orden zu tragen.

gemacht mit souvenir

Ein Kommentar zu “Die Unentspannung

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