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Prefeiertagreading

Hach, was für eine gute Idee!

Das ist jetzt vielleicht wirklich sehr lazy, aber erstens ist morgen tatsächlich einer der wenigen Feiertage, die es an sehr vielen Orten der Welt gibt und zweitens muss es ja auch möglich sein, mal weniger zu bloggen, ohne sich immer vor sich selbst rechtfertigen zu müssen. Ich habe mir heute einen Lebenstraum erfüllt und Werbespots gegen Bezahlung angeschaut. Also, so ähnlich.

Im TV-Tagebuch EU-Wahlen: Wahlwerbespots hab ich fünf Wahlwerbespots von luxemburgischen Parteien analysiert. Auf eine recht lustige Art und Weise. Ich bin ehrlich gesagt ein wenig schockiert davon, wie unprofessionell die alle sind, aber so ist das wohl mit „Second Order Elections“ und in Luxemburg. Und damit es nicht nur mein Link ist, den ich hier promote: Das IT-Debakel der Stasi klingt sehr lustig, da würde ich doch gerne mal die Originaldokumente lesen.

Der Halbtag

Als ich einen lazy Sunday all day hatte.

Ein Halbtag, verbracht in der Dämmerung des eigenen Geistes. Etwas Donner und strömender Regen würden mich beruhigen, aber mir bleibt lediglich die Decke, die ich mir über den Kopf ziehen kann, um noch weniger von diesem Draußen mitzubekommen. Sobald die Dämmerung auch dort zu bemerken ist, fühle ich mich besser, lebendiger und gleichzeitig reue ich, den Tag nicht ausführlicher ausgefüllt zu haben. Wie ein Formular mit zu vielen Feldern, von dem eins zurückschreckt, weil es zu kompliziert wirkt.

„So ist alles im Leben!“, will ich in ein Megaphon schreien. Aber nicht alles im Leben ist so wie diese halbgare Metapher, die ich mir ausdenke, während mein Auge immer wieder zu dem Rand des Bildschirms wandert, in dem die Zeit viel zu schnell vergeht. Dabei möchte ich mich in dem Dämmerzustand einnisten, die Decke noch fester über meinen Kopf ziehen und so tun, als würde mich das alles nicht betreffen: Der Lauf der Sonne, das Vergehen der Zeit und meine Unfähigkeit, etwas dagegen zu tun.

Das Robotergedicht

Als ich mich sprachlos fühlte und den Roboter dichten ließ.

ein Flock tAUBEN, die Kerne aufpicken. Daneben eine Krähe, die das gleiche tut.

Ich fühle mich (wieder) sprachlos und schaufele mehr Moussaka in mich hinein, das mit vielleicht besser gelungen wäre, hätte ich nicht ganz so viel Fett benutzt. Aber irgendetwas sagt mir, dass genau dieses Fett stets das Geheimnis dieses Rezeptes ist. Statt meine Gedanken über Fett weiterzuverfolgen, lasse ich die Textvorschlag-Funktion meines Telefons ein Gedicht für mich schreiben.

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Die Nachdenklichkeit

Als ich über das Wetter (und so) nachdachte.

Ich muss über so vieles im Leben noch nachdenken, fragt mich später. Zum Beispiel kann ich mit dem Wetter dann doch nicht wirklich umgehen. Und damit, dass ich immer übers Wetter schreiben muss, kann ich noch viel weniger wirklich umgehen. Es beeinflusst mich, aber mich beeinflussen auch andere Dinge, über die ich eher nicht schreibe.

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Die Wohltemperiertheit

Als ich durch den Park nach Hause ging.

Es ist kalt und nass. Oder halbwegs temperiert und nass, ich kann es nicht so genau sagen, mein Temperaturempfinden ist nicht sonderlich ausgeprägt. Vor allem stimmt es nie mit dem von anderen Menschen überein, weil ich zu jeder Jahreszeit einen haarigen Ganzkörperanzug unter meiner Kleidung trage. Das Wetter ist auf jeden Fall nicht mehr so unangenehm wie noch vor einigen Stunden, so dass ich mich kaum beschweren will.

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Sitting (3)

Als Estragon ungewohnt still war.

Eine Filter-Kaffeemaschine

„Vielen Dank. Das bedeutet mir mehr, als du dir vorstellen kannst.“
Nochmals dieser förmliche Tonfall, den Estragon nicht einmal in professionellen Gesprächen zu Tage brachte. Ich schaute ihm in die Augen, erblickte wieder den Hundeblick. Ich strengte mein Gesicht zu einem Lächeln an, nickte ihm zu und wandte mich wieder zu meinem Computerbildschirm. Eigentlich hätte ich noch mindestens zehn Fragen stellen sollen, aber ich hatte das Gefühl, dass das Estragon nicht unbedingt gefallen würde. Und nachdem es ihn offenbar schon einigen Mut gekostet hatte, mich überhaupt zu fragen, wollte ich ihn nicht noch weiter verschrecken.

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Sitting (2)

Als Estragon Pizza versprach.

Ein buntes LSD-Löschblatt

„Und es muss wirklich diesen Freitag sein?“, fragte ich etwas verdutzt. Nicht die erste Wahl gewesen zu sein, verletzte mich ein wenig. Und die Idee, dass sich Estragon unbedingt diesen Freitag auf eine psychedelische Reise begeben musste, verwirrte mich. Wenn eins einen vollen Tag zum Runterkommen haben will, ist der Freitag ideal, vor allem bei längerwirkenden Substanzen. Das war natürlich einleuchtend, aber warum Estragon seinen Trip nicht einfach auf ein Wochenende verschob, an dem seine Freund*innen Zeit hatten, wollte nicht in meinen Kopf. Andererseits hatte er vielleicht schon Pläne für die nächsten Wochenenden und wollte seinen Trip nicht noch weiter verschieben? Wer war ich, um ihm das zu verwehren?

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