Das Spiegelbild

Als ich mich müde und hässlich fühlte.

Ein Badezimmer, das im Spiegel reflektiert wird. Es ist nur die Hand der Person zu sehen, die ein Foto macht.

Es ist jetzt abends länger grau, bevor es dunkel wird. Ich weiß nicht, ob das eine Verbesserung ist. Alles in mir wehrt sich dagegen, so dass ich kaum noch benennen kann, in welche Richtung es ging.

Je öfter ich mich im Spiegel sehe, umso weniger kann ich mich anschauen. Vielleicht ist es der Stress, den ich mir ansehe, vielleicht bin ich durch das viele Angestarrtwerden einfach nur empfindlicher geworden. Ich möchte über diese Frage nicht mehr nachdenken, ich möchte, dass es mir egal ist, ich würde mein Spiegelbild gerne ignorieren. Ich weiß nicht, wie viele Personen es gab, die mir gesagt haben, dass sie mich schön fanden. Ich erinnere mich selbstverständlich nur an eine einzige, an die ich halt nicht denken will.

„Eigentlich“, denke ich mir einen jener Gedanken, der sich tatsächlich und wirklich wie ein Satz anfühlt, der durch eine Aneinanderreihung von Nebensätzen unterbrochen wird, „würde ich gerne das Leben ignorieren.“ Das klingt ärger als es ist, in Wirklichkeit sind es ja eh nur die unangenehmen Dinge, die ich ignorieren will. Heute ist mir aufgefallen, dass ich in meiner idealisierenden Retrospektive die unangenehmeren Seiten von dem Leben, das ich angeblich so vermisse, einfach ausblende.

Die Müdigkeit, das bereits erwähnte Blei, die Watte, die meine Hirnmasse langsam ersetzt – all das hat auch Vorteile.

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