Das Urlaubsgefühl

Als ich Popmusik hören musste, um mich abzulenken.

Blick auf eine Autobahn, einen Parkplatz und eine Baustelle von einem Turm herab. Am Horizont und am Himmel sind viele weiße Wolken zu sehen.

Ich finde mich selbst sehr lächerlich. Dann versuche ich, mich mit Popmusik abzulenken von dem Draußen und dem Drinnen, das mich schon etwas quält. Ich weiß nicht einmal, wie ich meinen Zustand wirklich beschreiben würde. Die bleierne Müdigkeit ist größtenteils verschwunden, das Kribbeln in den Händen ist immer noch da. Ich wage es nicht, meine Vermutung auszusprechen, sie darf nicht genannt werden.

Ich male mir unglaubliche Szenarien aus und wenn ich mich dabei erwische, schüttele ich den Kopf und tadele mich selbst laut, weil es so unglaublich absurd ist. Ich weiß nicht, woher das kommt, ich möchte, dass es aufhört und es gefällt mir nicht. Vermutlich ist es einfach die leicht angenehmere Temperatur und die Anwesenheit von etwas Sonnenlicht, das die Produktion irgendwelcher mystischer Sekrete in meiner Zirbeldrüse anregt, wodurch ich sämtliche Orientierung verliere.

Es ist alles nicht so wild, ich habe schon schlimmeres überlebt. Vielleicht, vermutlich, ganz sicher sogar ist ohnehin alles Einbildung. Alles, was wichtig ist, ist die ganze Zeit Popsongs aus den 1980er-Jahren zu hören, denn das macht alles besser, das sorgt dafür, dass alles andere in meinem viel zu wirren Hirn ausgeblendet wird. Alles was ich tun muss, ist dem Takt zu folgen, der beständig voranschreitet. Ich marschiere einfach hinterher und alles andere wird langsam leiser und leiser.

Wenn ich an den Klimawandel oder an schlechte Luftqualität oder an junge Liberale denke, ist das alles sowieso nicht präsent.

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