Der McMoment

Als ich mich – wie alles – wiederholte.

Ein Glas Wasser, in dem Chiasamen schweben.

Ich will nicht jeden Tag nur eine Variation des gleichen Textes schreiben. Aber leider scheint mein Leben gerade eins dieser single-issue-lifes zu werden, von denen ich immer höre, dass niemand sie lebt. Am Morgen habe ich versucht, den McMoment des letzten Mittwochs – er wirkt schon wieder so unvorstellbar weit weg – nachzustellen, aber es ist mir nicht gelungen. Mein Kopf war nicht in der Musik, der Regen nicht anwesend, und auch der Nebel, der gewissenhaft am Horizont hing, konnte die Stimmung nicht retten.

Drei Jahre ist es nun her, sagt mir ein soziales Netzwerk. Es stimmt nicht ganz, denn eigentlich sind es drei Jahre und zwei Tage, aber woher soll das soziale Netzwerk das auch wissen? Ich bin überrascht, das zu sehen. Nicht, weil ich das Datum nicht mehr im Kopf hatte, sondern weil es mich ganz allgemein wunderte, dass ich etwas zu sehen bekam, was dann doch gröbere negative Gefühle auslösen könnte. Aber dieser Sonntag im Augarten, mein halbverzweifelter Blick auf dem Foto, als wüsste ich bereits, dass das alles keine sonderlich gute Idee war, ist überhaupt kein schlimmes Datum. Eigentlich könnte ich sogar gerne daran zurückdenken, mich über die Wendungen, die mein Leben nach diesem Tag nahm, freuen.

Aber ich weiß, dass nach dem April noch einige Monate kommen und ich weiß, dass sich wieder andere Daten jähren werden und ich weiß, dass ich damit nicht so einfach umgehen könnte, wenn sie mir von einem sozialen Netzwerk angezeigt würden.
Das werden sie zum Glück nicht. Niemand wird mich an diese Dinge erinnern, wenn ich es nicht selbst tue. P wie Paranoia. Aber auch das: Verständlich. Vielleicht das einzige, was ich je wirklich verstand.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass die Wunden von früher egaler werden, weil frische hinzukommen. Früher habe ich „Three Little Birbs“ vor mich hingesungen. Heute weiß ich, dass auch das nichts brachte.

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