Die Wohltemperiertheit

Als ich durch den Park nach Hause ging.

Es ist kalt und nass. Oder halbwegs temperiert und nass, ich kann es nicht so genau sagen, mein Temperaturempfinden ist nicht sonderlich ausgeprägt. Vor allem stimmt es nie mit dem von anderen Menschen überein, weil ich zu jeder Jahreszeit einen haarigen Ganzkörperanzug unter meiner Kleidung trage. Das Wetter ist auf jeden Fall nicht mehr so unangenehm wie noch vor einigen Stunden, so dass ich mich kaum beschweren will.

Ich gehe durch den Park, der mir ungewohnt groß erscheint und muss an die Parks denken, durch die ich früher heimgegangen bin. Eine Zeit lang bin ich absichtlich zu Fuß gegangen, weil ich das gut fand oder glaubte, es zu genießen. Vermutlich habe ich mir das auch nur eingeredet, so wie ich mir mein halbes Leben auch nur eingebildet habe. Wer nicht zu angestrengt nachdenkt, hat keine Lebenskrisen, also vermeide ich angestrengtes Nachdenken.

Das T-Shirt beschäftigt mich immer noch, dabei ist es lediglich ein Stück Stoff, Baumwolle, bedruckt mit einem lustigen Motiv. Zufall, so wie das gesamte Universum, dem ich ernsthaft Fragen stellen will, wie etwa „Was soll der Scheiß?“ oder „Und jetzt?“

Die Autos parken auf den Gehwegen, weil es ja so wenig gute Parkplätze gibt. Einmal das Selbstvertrauen haben, das mit einem unnötig teueren Objekt kommt, dessen Wert sich schon ab der ersten Benutzung enorm mindert. Fast wünsche ich mich zurück in den strömenden Regen, in das wohltemperierte Draußen, das menschenleer an mir vorbeizieht, wenn ich angestrengt aus dem Fenster schaue.

Der Park ist längst aus meinem Sichtfeld verschwunden, und damit auch die Erinnerung an die viel wohltemperierteren Sommerabende, an denen ich freiwillig durch ganz andere Parks nach Hause zog.

Leave a Reply

Your email address will not be published.