Das Robotergedicht

Als ich mich sprachlos fühlte und den Roboter dichten ließ.

ein Flock tAUBEN, die Kerne aufpicken. Daneben eine Krähe, die das gleiche tut.

Ich fühle mich (wieder) sprachlos und schaufele mehr Moussaka in mich hinein, das mit vielleicht besser gelungen wäre, hätte ich nicht ganz so viel Fett benutzt. Aber irgendetwas sagt mir, dass genau dieses Fett stets das Geheimnis dieses Rezeptes ist. Statt meine Gedanken über Fett weiterzuverfolgen, lasse ich die Textvorschlag-Funktion meines Telefons ein Gedicht für mich schreiben.

Ich bin sehr gespannt
Ich bin sehr zufrieden
Ich bin sehr froh

Ich bin nicht sehr gut
Ich bin nicht sehr groß
Ich bin nicht sehr viel

Ich war sehr gut
Ich war sehr schön
Ich war sehr nett

Ich war nicht sehr gut
Ich war nicht sehr groß
Ich war nicht sehr viel

Das heißt alles nichts. Es sind leere kalte Maschinenwörter, Unsinnsphrasen, die keinen tieferen Sinn ergeben. Ich weiß das, ihr müsst das glauben oder aber zweifeln und euch fragen, ob sie nicht doch einen tieferen Sinn haben, weil ich sie doch erfunden habe und zwischen jeden Buchstaben und zwischen jede Zeile einen kleinen Sinnschatz vergraben habe, den es zu finden gilt.

Die Krähen sitzen auf einem Feld und begutachten die Wiese, das Gras oder suchen darin nach Nahrung. Ich frage mich, ob sie weit weg sind oder aus gutem Grund kleiner wirken, als ich es vermuten würde. Die Perspektiven in der Wirklichkeit sind verzerrt, der Horizont krümmt sich auf unnatürliche Weise. Ich sehe das alles nur flüchtig, weil der Bus schnell weiterfährt und asbald Häuser mir den Blick versperren, als gelte es eine globale Verschwörung zu vertuschen.

Ich möchte auf das Feld schreiten und die Krähen streicheln, als wären sie grasendes Weidevieh, das neugierig an den Zaun kommt, wenn eins daran vorbeispaziert. Ich würde ihnen ins Ohr flüstern, dass ich immer noch an das T-Shirt denken muss.

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