Die Krypta

Als ich müde und voller Tatendrang war

So viel zu tun, so wenig Zeit, so wenig Kraft, so wenig Stunden. Ich wünschte, es gäbe eine oder mehrere Kopien oder Klone von mir. Sie könnten all das tun, was ich nicht schaffe. Sie könnten einfach alles tun, während ich meiner wahren Bestimmung nachgehe: Dem Nichtstun.

Das ist Quatsch, denn meine wahre Bestimmung ist, leicht angetrunken Bus zu fahren und kryptische Texte in mein Telefon zu tippen. Ich sollte das hier meine Krypta nennen, das würde vielleicht alles erträglicher machen.

Zum Glück gibt es nur eine unerträgliche Sache in meinem Leben: Das T-Shirt, an das ich immer noch denken muss. Und das Kribbeln in meiner rechten Hand, das einfach immer noch da ist, das ich früher für Stigma hielt, das so unerklärlich ist, das mir schlaflose Nächte bereiten würde, wäre ich nicht so müde. Und selbst das ertrage ich mit religiösem Eifer, der mir überhaupt nicht liegt.

Als ich das Buch mit den Philosophen (machen wir uns nichts vor, da war nichts mit *innen in dem Buch) las, hätte ich nie gedacht, dass ich je so stoisch sein würde. Your anger is a gift, deine Fähigkeit, die Wut zu verstecken, ein viel größeres.

Immerhin die wahnwitzigen Fantasien weniger geworden und alles was bleibt, ist die Psychosomatik.

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