Die Wolkenfelder

Als ich mal wieder von meiner eigenen Apotheose träumte

Ein Wolkenfeld über einem Wald

Ich vermisse die Wolkenfelder von gestern, mit denen meinen Unbeschwertheit verschwunden ist. Ich bin wieder ein nervöses, kribbelndes Nervenbündel, zusammengehalten nur von meiner oberflächlichen Gelassenheit, die ich auch nur durch regelmäßige tiefe Seufzer zusammenhalten kann. „Du bist mein Fels in der Brandung“, hat mir mal eine Person gesagt und ich weiß nicht einmal mehr, von welchem Leuchtturm sie weggelockt wurde. Vielleicht hat die Person ja innere Ruhe mit Langweiligkeit verwechselt, vielleicht war ich überhaupt kein Fels, vielleicht war das alles auch ganz anders und ich kann mich ohnehin nicht richtig erinnern.

Nachdem ich den Text von „I am a rock“ nach jahrelangem Hören-aber-nicht-Zuhören auch mal gelesen hatte, sehe ich diese ganze Geschichte auch ein wenig anders. Vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig, ein Fels zu sein, sondern doch eher ein Sitzmöbel, ein Kissen oder ganz einfach ein Mensch mit einem Standard-Menschenkörper. Ich höre einfach immer das gleiche Lied, starre einfach immer auf den gleichen Bildschirm, denke einfach immer die gleichen Gedanken, bis endlich ein Lichtstrahl die Wolkendecke durchbricht, auf mich zeigt und ich mich langsam gen Himmel erhebe, um – endlich – meine Apotheose zu beginnen.

„Man sollte sich nicht unter Wert verkaufen“ heißt es gerne und ich denke mir: „Warum sollte ich aufstehen, wenn nicht zur Gottwerdung?“

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