Das Misstrauen

Als ich einen Misstrauensantrag gegenüber der Welt einbrachte.

Der Sommer ist angekommen, aber ich traue ihm immer noch nicht über den Weg. Ganz leicht könnte einfach jeder Tag verregnet sein, bis September. Ich stelle mir vor, wie es sich anfühlt, wenn der Regen durch meine dünne, aber sehr ästhetische Sommerjacke durchdringt, unter der ich auch schon geschwitzt habe.

Irgendwann vermischen sich Schweißtropfen und Regentropfen zu einem größeren Tropfen, der sich nicht mehr auf meinen Armhaaren halten kann und langsam der Schwerkraft folgend nach unten rinnt, unter meine Achsel, wo ich etwas Kaltes spüre und nicht weiß, ob es mich ekelt oder freut. Das könnte ganz leicht jeden Tag des Sommers passieren, bis September.

Ich traue keinem Zustand mehr. Es ist zu meiner Grundannahme geworden, dass keiner von ihnen je stabil sein wird. Gleichzeitig brauche ich ein gewisses Grundvertrauen in physikalische Gesetze, andere Menschen und die Funktionsweise meines Körpers.

Ich atme langsam ein und wieder aus, drei Mal.

Ich bin immer noch misstrauisch, aber optimistischer, was den Sommer angeht.

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