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weekend reading 22

Links, aber diesmal am Sonntag.

eine Zeitung

Ich war diese Woche mit sehr viel Orga-Kram und einer Praktikantin beschäftigt, so dass ich nicht sehr viel selbst geschrieben habe. Eine Kurzmeldung über ein Luftqualitätsurteil des EuGH und einen Text zu neuen Petitionen im luxemburgischen Parlament war aber dennoch drin. Und dann bin ich diese Woche in gleich drei Podcasts zu hören: auf der Arbeit haben wir über Armut in Luxemburg geredet, im luxemburgischen Sexpodcast über Musik beim Sex und bei irgendwas mit meta über Regenbögen und Kampfroboter.

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Die Regenbogenfolge

Als ich mal wieder schamlos Werbung für den Podcast machte.

Eigentlich ging das Schneiden diesmal recht schnell, nur hatte ich halt an den meisten Tagen der letzten Woche weder Zeit noch Energie, so dass ich beinahe alles am Donnerstag und noch viel mehr davon am Freitag postproduzierte. Zum Glück hat sich Katja auch einen Teil vorgenommen, so dass ich nicht mehr allzuviel Arbeit hatte. Das heißt aber auch, dass ich mir mehr Zeit für lustige Soundeffekte und ähnliches nehmen konnte, was die Folge meiner Meinung nach sehr aufwertet.

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Die Fragen an den untergegangenen Mond

Als ich mir Fragen stellte.

Werde ich je noch ein einziges Mal tief und fest schlafen?
Werde ich je nicht eifersüchtig sein auf die halbe Welt?
Werde ich je einen anderen Nachthimmel sehen?
Werde ich je einen Text schreiben, mit dem ich zufrieden bin?
Werde ich je jede Faser und jedes Haar an mir akzeptieren können?
Werde ich je eine Biene streicheln?
Werde ich je an alles denken?
Werde ich je dieses Buch lesen, das mir einmal geliehen und einmal geschenkt wurde?
Werde ich mich je nicht mehr an P. erinnern?
Werde ich je die Sache mit dem T-Shirt vergessen?
Werde ich je ohne Kribbeln in den Händen sein?
Werde ich je wirklich glücklich sein?

Die Einströmung

Als es nur für ein paar Sätze reichte.

Es wird kühler, zumindest glaube ich daran, dass durch das geöffnete Fenster tatsächlich Luft einströmt. Andererseits bin ich nach einem einzigen Satz schon wieder so erschöpft, dass ich mich gleich hinlegen will. Es ist nichts mit mir anzufangen, und ich bedauere das selbst am allermeisten. Trotzdem möchte ich, dass immer Sommer ist, dass ich im hohen Gras liegen und die klaren Sterne über mir sehen kann, während der Wind leise an der Welt verzweifelt.

Der Fehlbalkon

Als es zu warm war.

Ich würde gerne über etwas anderes als die Hitzewelle schreiben. Ich halte es aber so schon kaum auf, also will ich mich wenigstens darüber beschweren. Während ich mich gleichzeitig nach Körperkontakt sehne. Vielleicht schwitze ich noch nicht genug, weil würde ich gerne gemeinsam schwitzen, weil verspreche ich mir Kühlung. Ich würde die Tür zum Balkon öffnen und die kalte Nachtluft reinlassen, wenn es auch nur eins dieser Elemente hier gäbe.

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Die Stoppelfelder

Als ich die Heuballen beobachtete.

Das Land sieht so friedlich aus, mit den frisch gemähten Wiesen, auf denen die Heuballen sitzen, als wären sie übergroße Mühlenspielsteine, mit denen niemand etwas anfangen kann. Es trügt, so wie so vieles einen Anschein erweckt, der nicht stimmt. Ich sehe zum Beispiel viel extrovertierter aus, als ich es vermutlich bin, höre mich weniger oder mehr intellektueller an, als ich Gedanken in Worte fassen kann.

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Das Bröckeln

Als ich nicht in den Abgrund starrte.

Jeden Tag bröckelt ein Stück Grundvertrauen in alle Menschen um mich herum weg, ich halte mich beinahe nur noch an mir selbst fest. Dabei steht auch ich am Abgrund, der beständig errodiert. Ich kann nicht runterschauen, denn ich habe etwas Höhenangst, die sich vor allem darin manifestiert, dass meine Brille mir von der Nase fallen könnte (und ich ihr hinterher).

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Das Schraubglas

Als die Luft gut roch.

Ein Schraubglas mit Gurken

Das letzte große Abenteuer ist die Reise in mein eigenes Inneres. Aber ich genieße die Tage in der Sonne viel zu sehr, als dass ich wirklich wieder unter die Erde könnte. Am Abend trete ich in den Garten und die Luft hat genau die richtige Temperatur, der Wind eine angenehme Geschwindigkeit und alles riecht nach Sommer, vielleicht sogar nach Urlaub.

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Die Hummelhoffnung

Als ich den Hummeln zusah

Blumen, vor allem blaue Kornblumen und eine unscharfe dicke Hummel, die vorbeifliegt.

Ich stehe im Garten und schaue auf den Strauch Kornblumen vor dem Küchenfenster, die ich politisch fragwürdig finde, aber die Blume kann ja nichts für die Nazis. Innerhalb von zehn Sekunden sehe ich drei verschiedene Hummelarten und eine Honigbiene und freue mich meines Lebens, während wenige hundert Kilometer weiter nördlich Menschen gegen Braunkohleabbau demonstrieren. Beide Tatsachen – die vermutlich doch eher seltenen Insekten in meinem Garten und die Klimaaktivist*innen, die sich den Baggern entgegenstellen – machen mich glücklich.

Es bahnt sich eine Hitzewelle an und trotzdem habe ich Hoffnung.