Die Trabantenhaftigkeit

Als ich den Mond ansah.

Der Mond hinter leichten Wolkenfetzen

Früher habe ich den Mond angeheult, oder zumindest mit ihm gesprochen. Das war therapeutisch vermutlich nicht die schlechteste Idee. Es erklärt zumindest neben der Behaarung, warum ich mich irgendwann mit Werwölfen identifizierte und das als eine ziemlich Offenbarung erlebte.

Heute sehe ich den Mond an und denke mir, das sind soundsoviele tausend Kilometer und trotzdem sehe ich da relativ klar Täler und glaube, eine Krümmung erkennen zu können. Vermutlich ist das genauso eine Illusion wie eine Scheibe darin erkennen zu wollen. Ich projiziere meine gefühlte Einsamkeit auf einen Himmelkörper und als Antwort erhalte ich nur die schweigende Reflexion des Sonnenlichtes zurück, wie immer.

Ich fahre mir durch die Haare, mehr ein Nest als eine Kopfbedeckung und denke mir wie jedes Mal, dass es bald wieder Zeit für eine Rasur wird. Ich vermisse das Kitzeln des frisch geschorenen Kopfes am Kissen, aber noch mehr vermisse ich Hände, die ungläubig darüber fahren und mich dort streicheln, wo meine tiefsten Gedanken entstehen. Ich versuche, die Stimme in meinem Kopf in verschiedenen Bereichen meines Hirns zu hören, aber es will nicht recht klappen. Immer noch denke ich an den Mond, an die verpassten Gelegenheiten, an die Finsternis am Himmel und in meinem Herzen.

Und dann ist da wieder dieses Gefühl in meiner Hand, in meinem Arm, das ich nicht einordnen kann, dessen Omenhaftigkeit ich verfluche wie Zeichen an der Wand.

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