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Die Sommermelancholie

Als ich mit keinem Flugzeug über das Meer fliegen wollte.

Ein Plastikeimer, gefüllt mit Wasser und ein paar vertrockneten Blättern.

Ich mache eins dieser Videos an, wo jemand einen Mix aus elektronischer Musik gemacht hat und das mit Szenen aus Animes illustriert. Menschen fliegen in altertümlichen Flugzeugen über das Meer. Sofort werde ich melancholisch, auch wenn ich gar nicht mit einem Flugzeug über das Meer fliegen will oder das je getan hätte.

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Die Kanalsucht

Als ich meinen Tag beschrieb

Ich bin produktiver als ich dachte, obwohl ich den ganzen Morgen mit unsinnigen Diskussionen verbrachte, die ich nicht hätte führen sollen. Am Ende gibt es noch zwei Dinge, die ich doch nicht geschafft habe, aber die gehören vermutlich in jeden Tag, zumindest in meine. Die Traurigkeit von gestern ist wie verflogen, sie ist einer gewissen Müdigkeit gewichen, die natürlich am Abend auch wieder verschwunden ist.

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Die Rosenreste

Als ich einen Montag hatte.

Es ist merkwürdig, nach einem bewegten Wochenende dann auch einen hektischen Montag zu haben, an dem meine Arbeit sehr zerstückelt ist, ich drei Dinge miteinander tue und mich kaum für eine Reihenfolge entscheiden kann. Oder eher: Es ist ungut. Ich verbringe den Abend im Garten, die Reste der Rosen betrachtend.

Die Flamingos

Als meine Hand schon wieder kribbelte.

Ich sitze im Garten und alles was ich spüre ist das Kribbeln meiner Hand, das da eine Leere markiert, die ich so unglaublich lange schon spüre. Ich frage mich, wann ich sie das erste Mal gefühlt habe, vielleicht war es in einem Sommerurlaub nach einem Strandbesuch, weinend in einem Bett, das nicht mir gehörte.

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Die zwei Geburtstage

Als ich mal wieder einen echten Traum hatte.

Eine Pizza

Mein Geburtstag wird gefeiert. Es ist eine große Feier, die andere organisiert haben, ich muss nur hingehen und saufen. Aus irgendeinem Grund fahre ich dazwischen mit dem Bus herum, muss durch Regen und Matsch laufen, um wieder auf der Party anzukommen. Sie findet an einem Mittwoch statt, an nächsten Tag wird die Zeitung produziert. Alle von der Arbeit sind da, auf der Party muss ich R. versprechen, ihm noch ein PDF zu schicken oder zu lesen, weil am nächsten Tag ist Donnerstag (der Tag, an dem die Zeitung produziert wird).

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Die Entlüftung

Als es sehr heiß war.

Als ich in das Draußen trete, habe ich das Gefühl, neben einem Bus oder Lieferwagen oder Zug zu stehen, dessen Klimaanlage viel zu warme Luft in meine Richtung bläst. Nur, dass kein solches Gefährt neben mir steht und ich es mit der Umgebungtemperatur zu tun haben. Es ist der heißeste Tag des Jahres, der letzten 70 Jahre, seit Menschengedenken. Ich schreibe dies auf, um mich zu Erinnern, wenn der Rekord das nächste Mal gebrochen wird. Lange kann es nicht mehr dauern.

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Der dünne Film

Als ich schwitzte.

schweißperlen auf weißer haut

Ich stehe fünf Minuten in der prallen Sonne und habe das Gefühl, zu zerfließen. Ich sitze zehn Minuten unter dem Blechdach, das sich den ganzen Tag aufgeheizt hat und um meinen Körper bildet sich ein dünner Film aus Schweiß. Ich muss daran denken, dass es morgen noch heißer werden soll und will den Tag am Liebsten überspringen.

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Die Motte

Als ich einen steifen Nacken hatte.

Eine schwarze Motte

Ich denke mir, ich sollte mal weiterschreiben, aber ich hatte ja noch nicht einmal ein Dokument offen. Dabei habe ich in letzter Zeit sehr oft einfach nur auf mein Handy getippt, ohne Dokument, in einen Chat mit mir selbst. Auch eine merkwürdige Entwicklung, aber vielleicht gar nicht so schlecht, aus dem fahrenden Bus heraus meine innersten Gedanken oder das, was ich dafür halte, aufzuschreiben.

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Die Katastrophe

Als ich über das Klima nachdachte.

Ich weiß, dass es stimmt, ich erahne die schrecklichen Konsequenzen, aber ich kann es nicht einmal aussprechen. Ich will eigentlich gar nicht mehr über die segnende Katastrophe wissen, will gar nicht erfahren, was das jetzt genau heißt.

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