Die Fallhöhe

Als ich das Fenster offen hatte.

Es ist der erste kühlere Abend seit einer gefühlten Ewigkeit und ich versuche, die Hitze aus meinem Zimmer zu vertreiben. Ich denke an das Schwitzen der letzten Tage, an das Schwitzen des letzten Tages, an meine tiefe Zufriedenheit nach der Dusche, mit nassen Haaren auf dem von der Sonne aufgewärmten Stuhl sitzend. Glück, flüchtig, nicht fassbar, nicht einmal wirklich spürbar, bis es wieder verschwindet.

Auf der Straße reden Leute, gefühlt den ganzen Tag, so dass ich das Fenster nicht lange offen lassen kann, ohne zwischen den ständigen Gesprächsfetzen, dem Hundebellen und den Motorengeräuschen zermahlt zu werden. Ich wünschte, es würde mich weniger stören, aber es sind vor allem die aufheulenden Autos, die mit Gebrüll durch die 30er-Zoner rasen, die mich aus meinem fragilen Denkfluss werfen, in den ich dann wieder mühsam eintauchen muss.

Ich möchte den Mut haben, mich auf‘s Fensterbrett setzen zu können, ohne Todesangst leiden zu müssen, aber das wird wohl nie eine Option sein. Immerhin verhindert das, dass ich runterfalle.

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