Das schmutzige Fenster

Als ich einen Fensterplatz hatte.

Ich freue mich mich über den Fensterplatz, den ich nicht auswählen konnte, weil ich es nicht einsehe, Geld dafür auszugeben. Eigentlich sitze ich auch lieber am Gang, aber den Himmel betrachten zu können, über den Wolken, hat dann doch einen ganz bestimmten Reiz. Und dann ist das Fenster so schmutzig, dass kaum etwas zu sehen ist. Ich versuche natürlich trotzdem, die Stadt unter mir zu erkennen, als wir – viel zu schnell – aufsteigen, ebenso die Landschaft, als wir – viel zu kurz vor der Landung – die Wolkendecke durchbrechen.

Natürlich habe ich ein schlechtes Gewissen. Außerdem vergeht mir die Zeit viel zu lange, „wie im Fluge“ ist sicherlich etwas anderes. Und trotzdem komme ich nicht umher, immer wieder zu staunen, wie anders dieser unserer Planet von oben aussieht, wie klein die Welt der Menschen in Wahrheit doch ist und wie magisch es doch ist, dass ich in diesem kleinen, viel zu filigranen Gefährt sitze und 10.000 Meter über meinem angestammten Platz auf dem Grund schwebe.

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