Nach dem Regen

Als ich beinahe gar nicht nass wurde.

Ich überlege mir, was ich anziehen soll und komme zum Schluss, dass ich einfach das anziehe, wonach mir ist. Ich bin 31 Jahre alt, warum sollte ich mich vor irgendwem rechtfertigen? Das ist seit einigen Monaten mein Motto, ich mag es sehr. Trotzdem hätte ich vielleicht doch eine Jacke anziehen sollen. Das würde die Regengüsse vielleicht nicht weniger unangenehm machen, denn immerhin trage ich nur eine Shorts, aber ich hätte das Gefühl, immerhin unzureichend statt überhaupt nicht vor Wind und Regen geschützt zu sein.

Nach dem Regen sitze ich im Hof und fühle alles und nichts. Die Realität bricht viel leichter, wenn alles wieder einmal zu einem Halt kommt, statt dass ich wie in den letzten Tagen ständig durch Röhren geschoben wird. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, aber ich schwitze nicht und wünsche mir beinahe, ich würde es tun, damit mein T-Shirt an meinem Körper klebt und ich darüber nachdenken kann, statt über die zehntausend anderen Dinge, die in meinem Kopf herumschweben. Ich stelle mir vor, wie ich mit zwei Fingern eine Falte greife und das klebrige Stück Stoff von meinem haarigen Oberkörper ziehe, so dass es beinahe schon weh tut.

Ich wüßte so gerne, woher die Leere in mir kommt und mit welchem Zement ich sie auffüllen könnte.

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