Der Regret

Als ich übermäßig dramatisch war.

Ich räume meine Tabs auf – etwas, was ich schon viel länger hätte tun sollen, bevor die Maschine es für mich erledigt – und lese zwei Comics. Der Tag fühlt sich gut an, weil ich so früh auf bin und deswegen viele Stunden unterschiedlicher Aktivitäten durchführen kann, ohne dass es sich anfühlt, als würde ich nur diese eine Sache machen.

Ich hätte einen langen Text schreiben können. Ich hätte noch einen Comic, oder vielleicht sogar ein richtiges Buch lesen können. Und das ist doch alles Quatsch. Natürlich hätte ich all diese Dinge – und einige andere, die vielleicht auch wichtiger gewesen wären – es gibt nur so und so viele Stunden und dazwischen muss ich ja auch noch manchmal einen Kaffee trinken.

Vielleicht konzentriert sich die gesamte Melancholie der Menschheit, nie genügend Zeit für alle Alternativen und Möglichkeiten zu haben, auf diese eine Stunde des Wochenendregrets, fokussiert ausgerechnet auf mich. Vielleicht sollte ich mich wieder beim Schreiben streamen, dann hätte ich immerhin ein wenig mehr Druck und würde nicht ständig woanders hinklicken.

Ich beende diesen Text vorzeitig, mit ihm begrabe ich das Wochenende und gebe mich der neuen Woche hin.

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