Die Sommermelancholie

Als ich mit keinem Flugzeug über das Meer fliegen wollte.

Ein Plastikeimer, gefüllt mit Wasser und ein paar vertrockneten Blättern.

Ich mache eins dieser Videos an, wo jemand einen Mix aus elektronischer Musik gemacht hat und das mit Szenen aus Animes illustriert. Menschen fliegen in altertümlichen Flugzeugen über das Meer. Sofort werde ich melancholisch, auch wenn ich gar nicht mit einem Flugzeug über das Meer fliegen will oder das je getan hätte.

Gestern habe ich gemerkt, dass „es“ nun drei Jahre her sind, so ungefähr. Ich weiß das genaue Datum nicht mehr, ich glaube dass es ein Sonntag war, aber ich bin mir nicht mehr wirklich sicher. Ich versuche, anhand meines Twitterarchivs den Tag herauszufiltern, aber es gibt keinen, an dem ich merkwürdig wenig geschrieben habe. Ich finde lediglich heraus, dass Pokémon Go damals sehr wichtig war. Drei Jahre, und ich schreibe immer noch darüber, als wäre diese unbedeutende Zeitspanne, die vor drei Jahren begann und drei Monate später endte, so unglaublich wichtig.

In der ersten Nacht bin ich aufgewacht, von einem merkwürdigen Geräusch. Wir sind beide davon wach geworden. Oder waren wir noch wach, weil die Nacht nicht wie eine kostbare Ressource wirkte, sondern lediglich wie ein Szenenwechsel, den wir gemeinsam durchlebten? P. hörte das Geräusch auch, und ich scherzte, dass es vermutlich ein UFO sei, weil wir es nicht zuordnen konnten und es so klang, als würde es über uns, über der Stadt schweben. Guter erster Eindruck.

Vielleicht habe ich den Tag gefunden, es war ein Sonntag, das Jubliäum habe ich um eine Woche oder so verpasst, zum Glück vermutlich. Irgendwo kann ich das sicher wirklich nachlesen, aber sollte ich das? Ich weiß es nicht.

Aber vielleicht habe ich eine Ahnung, warum mich dieser Sommer melancholisch macht.

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