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Der Regenguss

Als der Sommer endete

Es regnet, Weltuntergangswetter. Und alles, was ich mir denken kann, ist die traurige Feststellung, dass der Sommer jetzt vorbei ist. Weil ich meinen Mund nicht halten kann, weil ich das Schicksal nicht akzeptieren will, ohne vielleicht Gegenrede zu hören, spreche ich Vollkoffer diesen Satz auch noch aus. Damit ist es besiegelt, ab morgen beginnt der Herbst, die Dunkelheit und der weitere Abstieg des Joël A.

Wir bleiben dran.

weekend reading 31

Als ich Links postete, weil Freitags war.

Wie immer möchte ich mit jenen Texten beginnen, die ich selbst geschrieben habe. Diese Woche zum Beispiel das Edito, bei dem ich die Forderungen eines Landwirtschaftsverbandes untersuchte und feststellte, dass sich die Weigerung, mehr Biolandbau zu betreiben, auf einen gesamtgesellschaftlichen Konflikt zurückführen lässt: Niemand will Bio?

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Der Sommertiefpunkt

Als ich ich an den Herbst dachte.

Nach dem Mittagessen ist der Tiefpunkt erreicht. Mein ganzes Wesen strebt sich gegen die Existenz in diesem Universum, und sieht nicht einmal so aus, als gäbe es Rettung. Ich esse extra ein paar Stücke Schokolade, aber es scheint nicht zu helfen. Ich würde mich am liebsten auf den Boden legen und nichts mehr tun, vor allem als ich erfahre, dass ich die nächsten drei Wochen wieder mehr Verantwortung tragen muss.

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Die Nachthitze

Als ich schwitzte.

Es ist alles so anders gekommen, als ich mir es vorgestellt hatte. Und jetzt ist der Sommer, das Jahr, das Jahrzehnt auch schon wieder vorbei. Ich hätte mir das denken können, ich hätte alles anders planen können, ich hätte weniger Rücksicht nehmen können. Ich hab das aber nicht getan, und jetzt sitze ich schwitzend vor dem Computer, schwitzend in der Bar, schwitzend in der Bahn und vermisse den letzten Sommer, wo ich gefühlt weniger schwitzte.

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Die Plüschigkeit

Als ich über Begrüßungsfloskeln stolperte.

„Ich vermisse höchstens das Gefühl, das ich damit verbunden habe. Die Welt als neuen, aufregenden Ort, zu dem mir alle Türen offenstehen, auf dem noch Nebel und Raureif klebt wie kühles Geschenkpapier.“
Die Person, die ich einst Ruth nannte, zieht eine Augenbraue hoch. Bewundernswert, dass sie so sehr Kontrolle über ihre Mimik hat, wie ich sie einfach nie haben könnte, so sehr ich mir es auch wünschen würde. Sie mustert mich mit interessiertem Blick, als habe ich etwas komplett abwegiges gesagt.

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Das Loungen

Als ich unkomfortabel gemütlich saß.

„Hallöchen!“
Ich weiß sofort, wer da spricht. Vielleicht, weil es vergleichsweise selten passiert, dass der Raum um mich herum kippt, ich aber sitzen bleibe und nach einer 281 Grad-Drehung nicht zweimal mit dem Rücken auf dem Boden liege. Und dieser stattdessen unangenehm angenehm in eine Chaise-Lounge gedrückt wird, auf der ich nunmehr sitze und diese schreckliche Begrüßung höre.

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Die Textverarbeitung

Als ich über Lesen und Schreiben nachdachte.

Ich verprokrastiniere das Schreiben. Seit ungefähr einer Stunde schaue ich mir alte Memes an, statt die Textverarbeitung zu öffnen. Merkwürdiges Wort. „Textverarbeitung“ setzt voraus, dass da ein Text ist, den ich verarbeiten kann. Ich aber habe keinen Text, ich muss ihn erst erfinden. Ich muss hier sitzen und meine Finger so bewegen, damit wie von Zauberhand Buchstaben auf meinem Bildschirm erscheinen, die dann später auf euren Bildschirmen erscheinen können.

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weekend reading 30

Als ich Links postete, weil Freitag war.

Diese Woche habe ich über Lärm und Kontrolle von Lärmemissionen in Industriebetrieben geschrieben, aber das ist bisher nur auf Papier zu lesen. Müsst ihr also über die Spendensammelaktion von Youth for Climate Luxembourg, Schwefeldioxid in der Luft und die Waldbrände in Brasilien und anderswo lesen. Letzterer Artikel wäre fast nicht zustande gekommen, weil ich ein wenig überfordert war von all den unterschiedlichen, sich widersprechenden oder einfach nur ungenauen Quellen. Zum Glück hab ich zufällig mit A. telefoniert, die mich ein ermutigt hat, doch weiterzuschreiben. Manchmal hilft das.

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Die Ankündigung

Als ich herumsaß.

Der Sommer bricht langsam weg. Und ich stehe daneben und schaue zu, ohne eine Handhabe. Vielleicht schaffe ich es diesmal, doch noch ein Buch zu lesen, vielleicht wird auch wieder ein längerer Text fertig, vielleicht verbringe ich einen halben Tag im Bett und fühle mich nicht schlecht. Mir graut es vor kurzen Tagen, vor der Kälte, dem langem Atem, den ich brauchen werde, um das alles durchzustehen.

Ich muss an den Quittenbaum und Einmachgläser denken.