Die Enjoybarkeit der Postapokalypse

Als ich das Gefühl hatte, ein ruhiges Wochenende gehabt zu haben.

Das Wochenende war ruhig. Das stimmt überhaupt nicht, es waren an allen Tagen eigentlich zu viele Menschen und zu wenig Serien. Ich habe Dinge zu Ende gebracht und Dinge getan, die eigentlich nur ein paar Minuten dauern, die ich aber davor nie erledigt hatte. Das ist gut, das hilft, das fühlt sich produktiv an. Aber es hilft nicht wirklich beim Entspannen. Die Woche, die vor mir liegt, wird kurz und vermutlich alleine deswegen sehr anstrengend und unangenehm. Ich werde mich einfach durchkämpfen, habe ich beschlossen. Beschlossen, als hätte ich irgendeine Option.

Ich denke immer mehr über den Klimawandel nach. Einerseits darüber, wie wir die nötigen Veränderungen vielleicht doch nicht rechtzeitig durchboxen könnten, in was für einer wunderschönen Utopie wir eigentlich leben könnten, wenn auch nur die Hälfte der guten Ideen eine Umsetzung fänden. Und andererseits darüber, warum die Widerstände so groß sind und wie sie sich in den letzten Monaten gewandelt haben. Jene, die noch im Winter groß den rechenschwachen Lungenärzt*innen glaubten und die Ehre des Diesel retten wollten, zeigen jetzt mit dem Finger auf Brasilien und andere Länder in der Gegen der Äquators, weil dort Regenwald abgeholzt wird. Es ist natürlich immer einfacherer, auf ein Problem – das sehr wohl existiert – bei anderen zu zeigen, als sich selbst an der Nase zu nehmen.

Vielleicht stimmt es, was manche Erzählungen sagen und die Apokalypse kommt nicht in einem Stück, mit einem großen, singulären Ruck, sondern in Wellen, in kleinen Schüben. Und vermutlich ist sie eh schon passiert. Immerhin heißt dieses Blog nicht umsonst enjoying the postapocalypse. Lässt das noch irgendwelche Optionen offen?

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