Die Wand

Als ich verzweifelte

Ich verzweifele, ohne genau zu wissen, woran eigentlich. Vielleicht an diesen Seiten, auf denen ich viel zu viel Zeit verbringe, obwohl ich sie überhaupt nicht mehr interessant finde. Außer halt manchmal, wenn sie dann doch interessant sind.

Ich vermisse die Zeit, in denen ich viel mehr Seiten besuchte, in denen ich gefühlte hunderte Blogs las und mich freute, wenn neue Artikel kamen. Und es sich nicht so anfühlte, als würde ich lediglich etwas abarbeiten. An der Zukunft, die so ungewiss scheint, an der Unmöglichkeit, darüber zu reden, an der trägen, sirupartigen Langsamkeit, mit der sich

Das ist nichts, was ich weiter tun will. Ich brauche keine Verzweiflung aufgrund der politischen und ökologischen Lage der Welt. Ich bin in der Krise erwachsen geworden, und der Rest meines Lebens wird aus Krisen bestehen. Ich habe den April überlebt, ich habe den August überlebt, ich werde auch alle anderen Krisen überleben.

Ich kann damit leben, nicht zurechtzukommen mit der Sinnlosigkeit meiner Existenz, mit der grausamen Belang- und Gefühlslosigkeit des Universums, aber nicht mit der Aussicht, nicht zumindest eine erste Holzlatte in einer langen Reihe von Holzlatten, die schlussendlich eine Wand ergeben werden, nageln zu können.

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