Die Tragödie

Als ich im Supermarkt fast weinte.

Immerhin kann ich gut prokrastinieren. Ein erfundenes Verb für einen erfundenen Menschen mit ausgedachtem Talent. Ich sehe im Supermarkt Produkte mit einer ähnlichen Verpackung wie jene, die ich jahrelang gewohnt war und möchte beinahe weinen.

Ich fühle mich immer noch, als habe ich mich selbst zu etwas gezwungen, was ich eigentlich nicht wollte. Mir ist durchaus klar, dass Kompromisse niemals leicht zu haben sind, vor allem wenn eins sie mit sich selbst aushandelt. Es ist in Ordnung, das Sofa und den Balkon zu vermissen.

Es ist weniger gut, im Supermarkt beinahe zu weinen, weil du eine Verpackung eines Billigproduktes siehst, das dich an andere Billigprodukte denken lässt, die du nicht einmal wirklich vermisst, sondern sie sind lediglich Symbol dafür, dass die Dinge damals leichter schienen. Sie waren es nicht, sonst wären meine Erinnerungen andere, sonst wäre mein Leben anders verlaufen, sonst wäre dieses Blog nicht voller Texte.

Ich habe keine Erleuchtung in der Gemüseabteilung. Einerseits stinkt es nach Fisch, weil die Fischtheke wie ein eisbedeckter Thron den Supermarkt dominiert und andererseits finde ich die Gurken nicht, was wirklich eine Tragödie ist.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *