Der Wolkenaufzug

Als es Drama gab.

Ich diskutiere über die Frage, ob in meinem Zimmer vor mir ein*e Vampir*in gelebt hat. Das würde die doch relativ dicken Vorhänge und den schwarzen Kronleuchter erklären. Allerdings spricht auch vieles dagegen, weshalb die Diskussion verebbt.

Der Tag nach dem letzten Sommertag, er ist genauso sonnig und warm wie sein Vorgänger, bis endlich dicke Wolken aufziehen und sich viel zu schnell bewegen. Ich beobachte das surreale Schauspiel, während der Hund beleidigt in seinem Zimmer bleibt. Ich hätte vielleicht Ball mit ihm gespielt, auch wenn wir beide nicht wissen, wie das Spiel genau funktioniert.

Ich bin Schuld an all dem Drama in meinem Bekanntenkreis, bilde ich mir ein. Ich weiß natürlich, dass das alles Quatsch ist, aber es kommt mir vor, als hätte ich ein gutes Gefühl, eine witzige Idee, eine Ahnung eingetauscht gegen schlechtes Karma, das auf uns herabregnet, wie der Nieselregen, der jetzt in den Abendstunden einsetzt.

Die dunklere Ahnung ist: Im Frühsommer habe ich etwas ignoriert, das Kribbeln in meiner rechten Hand, die Möglichkeit alles kompliziert zu machen, die Zeichen der Zeit – und nun müssen ich und alle anderen dafür zahlen, in der schrecklichsten Währung die da existiert.

Vielleicht sind die Wolken auch wie eine Decke, in die ich mich hüllen kann, vielleicht kann ich einfach schlafen, bis sich alles legt und in einer neuen Welt aufwachen.

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