Der Oslobesuch (4)

Als ich die Fähre nahm

Wie immer zu spät aufgestanden, im Stockfleths im Nobel Peace Center gefrühstückt und dann die Fähre zur Halbinsel Bygdøy genommen, auf der sich jede Menge Museen befinden. Heute war dann irgendwie nur mehr Zeit für das Norsk Folkemuseum. Das lag auch daran, dass das mit über 150 Gebäuden so riesig ist.

Seit 1894 werden dort vor allem Gebäude aus den ländlichen Gebieten Oslos wiederaufgebaut und ein Bild des bäuerlichen Lebens gezeichnet. In Norwegen gab es lange Zeit keine Dörfer, wie sie in West- und Mitteleuropa üblich waren, sondern vor allem vereinzelte Höfe. Die meisten von ihnen hatten, sofern die Bäuer*innen reich genug waren, ein Gasthaus, das im Sommer Leute aufnehmen konnte.

Die Hauptattraktion des Museums ist natürlich die Gol stavkyrkje, die Stavekirche aus Gol, die zwischen 1157 und 1216 erbaut wurde und sehr metal aussieht, auch wenn sie ganz aus Holz ist.

Es ist merkwürdig, wie klein sie von innen wirkt. Vor allem ist es unglaublich düster, ich kann mir kaum vorstellen, wie das wohl gewesen sein muss, wenn die ganze Gemeinschaft dort drinnen saß. Beeindruckend ist, dass es in der Kirche und besonders am Gang rundherum immer noch nach verbranntem Holz riecht, wie die Kleidung nach einem Lagerfeuer.

Neben den ganzen Gebäuden gibt es im Museum auch verschiedene Ausstellungen über bestimmte Aspekte der norwegischen Volkskunst, etwa über Trachten und Texilkunst (dafür blieb keine Zeit mehr) oder Kirchenkunst und die Gewänder der Priester*innen in Norwegen.

Natürlich ging es auch mit der Fähre zurück. Es gibt zwar auch andere Möglichkeiten, wieder ins Zentrum Oslos zu kommen, aber die Fähre ist im Oslo Pass inbegriffen und braucht lediglich zehn Minuten. Abendessen gab es im San Francisco Bread Bowl, die verschiedene Suppen und Eintöpfe in einem Brot servieren. Nette Idee, es mundete auch, wobei die Ratio Suppe:Brot für meinen Geschmack hätte anders ausfallen können. Am Heimweg dann noch einen Abstecher durch den Park um Det kongelige slott herum gemacht.

Auf dem Schild, das erklärte, dass das norwegische Königshaus das erste in Europa war, das seinen Schlosspark für die Allgemeinheit öffnete, stand auch, dass eins die Bäume umarmen sollte. Allerdings nur auf Englisch, auf Norwegisch ist das etwas anders („lieb sein“) formuliert.

Gelaufene Kilometer: 7.

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