Die arbiträre Zeitspanne

Als ich die Welt für einen kleinen Moment in Ordnung fand.

Mein Kopf liegt immer noch im Schoß der Person, die wir einst Ruth nannten. Ich weiß nicht, was das heißt, was es ausdrücken soll, wieso sie mir über das Gesicht streichelt, langsam, beruhigend. Ich muss an meinen Bart denken. Den Teil, den ich wachsen lassen will und der Teil, der seit über eine Woche wächst, weil ich ihn nicht rasiert habe. Was ich aber fest vorhatte.

„Du wolltest auch deine Haare färben. Und dir eine Rasierklinge kaufen, um die Stoppel jeden Tag wegzumachen. Und und und.“
Ihre Worte fühlen sich hart an. Sie spricht sie mit viel zu sanfter Stimme, ihre Berührungen verstärken den Effekt noch. Jede Sekunde werde ich in ihrem Schoß versinken, mein Fleisch wird mit ihrem verschmelzen, wir werden nichts dagegen tun können, es wird die Hölle sein. Ich will mich überhaupt nicht wehren, ich will ihre sanften Berührungen spüren und den salbungsvollen Ton ihrer Wörter hören.

„Es ist nur eine arbiträre Zeitspanne, die grob einer Umkreisung der Sonne entspricht. Es hat nur Bedeutung, weil wir es mit Bedeutung auffüllen.“
„Du hast Recht.“, sage ich, und meine Stimme ist kühl und ruhig.

Es gab eine Telefonzelle in der Mojave, 13 Kilometer von der nächsten gepflasterten Straße entfernt. Ich möchte nicht wie diese Telefonzelle sein.

Wir verschmelzen nicht. Mein Gesicht wird weiterhin gestreichelt. Gott ist in seinem Himmel, die Person, die wir einst Ruth nannten, tröstet mich, alles ist mit der Welt in Ordnung.

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