Die Filterkaffeemaschine

Als ich den Blick zuwandte.

„Schau mich an.“
Ich blicke stur weiter in den Himmel, der tatsächlich lila wurde. Ich möchte meine Gedanken darauf konzentrieren, mich zu fragen, ob das heißt, dass die Sonne bald aufgeht.
„Na los. Trau dich.“
Ich weiß ganz genau, dass ich mich nicht trauen sollte. Aber der Himmel ist so undankbar, er ist einfach nur ein Stück Pappe, das ungleichmäßig und ohne große Lust und Mühe eingefärbt wurde. Ich sehe ganz genau, dass er nur Kulisse ist, dass es sich nicht um einen echten Himmel handelt. Außerdem ist es noch immer kalt.


„Hör auf zu jammern und schau mich an.“
Die Person, die wir einst Ruth nannten, hat ihre kälteste und grausamste Stimme benutzt. Ich habe das Gefühl, ich höre sie nachhallen, als seien wir wieder in der Kathedrale am Ende des Brunnens.

Ich schreibe keine Gedichte, weil eins darüber lange brüten sollte. Ich habe das immer noch nicht verstanden, aber ich verstehe ja überhaupt nichts von Literatur oder dem Schreiben, ich tue es einfach. Was ich produziere, ist dilettantisch, ein bemühter Ausdruck meines Bauchgefühls, die Verkörperung meiner gescheiterten klassischen Bildung, die ich zugunsten des Bäumefällens aufgab. Im Wald fühlte ich mich verfolgt und eingeengt, also widmete ich mich nach einem kurzen Umweg wieder dem Schreiben.

Der Tag fühlt sich merkwürdig an, weil nichts so ist wie immer und trotzdem einige Dinge vertraut sind. Ich koche zweimal Kaffee, und zweimal denke ich, ich würde zu viel davon machen, aber es ist immer genau richtig viel. Filterkaffeemaschinen sind immer noch ein Mythos, obwohl ich bereits im zarten Alter von fünf oder sechs Jahren eine bedient habe. Ich weiß dennoch nie, wie viele Löffel Kaffee ich in den Filter tun soll, obwohl es eigentlich nicht schwer ist.

Ich schaue die Person, die wir einst Ruth nannten, an. Sie sieht wider meines Erwartens nicht aus wie P. Sie trägt nur eine ähnliche Hose. Vielleicht ist das auch gerade wieder Mode. Aber das heißt ja trotzdem etwas, dass ich Leute an der Kasse sehe, dass ich mich erinnert fühle, dass ich wieder daran denke, dass ich nicht aufhören kann, daran zu denken. „Immerhin führe ich keine Streitgespräche mehr unter der Dusche.“

Den letzten Satz sage ich laut, obwohl es eigentlich keine Rolle spielt. Für mich.

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