Die Idylle

Als ich durch Dörfer fuhr.

Das Lachen hört nicht auf. Ich erkenne, wie merkwürdig meine Feststellung geklungen haben muss, wie selbstverständlich sie war. Natürlich die die Person, die wir einst Ruth nannten, nicht P. Sie tut jetzt so, als habe sie das nicht selbst in den Raum gestellt, als hätte sie nicht von einem großen Streit gesprochen.

Morgens, als ich auf den Bus warte, ist es nass und neblig. Es fühlt sich erdrückend an, als läge nicht nur eine dichte Wolkendecke auf der Landschaft, sondern das Gewicht des ganzen Jahres. Immerhin gibt es keine große Verspätung und ich habe Interviews, die ich mir anhören kann, während der Bus seinen mittlerweile selbstverständlichen Umweg durch kleine Dörfer fährt, um dem Stau zu entkommen. In der postländlichen Idylle wirkt das Land noch hässlicher und zersiedelter als von der Autobahn aus.

„Wir treffen uns immer an diesen unmöglichen Orten und fragen und gegenseitig, warum wir hier sind.“, klage ich. Es ist kein Angriff, ich bin eher kleinlaut. Insgeheim weiß ich, dass diese Diskussionen mehr auf mir als auf der Person, die wir einst Ruth nannten, lasten. Sie erscheint, wo ich sie rufe. Oder sie will mir zumindest diesen Eindruck geben.

„Du weißt ganz genau, dass es deine Schuld ist. Du musst dich mit deinen Gedankeninnereien auseinandersetzen, ich bin nur das Sprachrohr, durch das du dies tust.“
Sie klingt fast so, als würde sie sich entschuldigen.

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