Der 2019-Arbeitsrückblick

Als ich mir anschaute, was ich so gearbeit habe im letzten Jahr.

2019 war das zweite Jahr, das ich vollständig bei der woxx arbeitete. Und wie immer ist das Ende des Jahres ein guter Moment, um auf jene Artikel zurückzublicken, auf die ich besonders stolz bin. Ich hatte kurz vor, eine Top 10 oder Top 12 (ein Artikel aus jedem Monat) zu machen, aber vermutlich wird das jetzt etwas loser.

Um die Jahreswende herum habe ich 2017 und 2018 „traditionell“ Artikel über Netzpolitik und den Stand des Internets geschrieben. Heuer ist daraus nichts geworden, aber das Jahr begann dafür mit Netzpolitik: Algorithmen mit Vorurteilen, in dem ich das Phänomen des algorithmic bias näher unter die Lupe nahm. Im Januar schockte ein Werbespot von Gilette die Männerwelt, weshalb ich in einem Editorial Zärtliche Männer, bitte! forderte.

Im Februar schrieb ich vor allem über Mobilität. In einem online-only-Artikel schaute ich mir den Hype um die schienenlose Supertram an, die sich bei näherer Betrachtung als Bus herausstellte. Und im Editorial namens Pünktlichkeit ist ein Bauchgefühl konnte ich zwei meiner Lieblingsthemen, Mobilität und Medienkompetenz, miteinander verbinden.

Im März begannen die Youth for Climate-Demonstrationen in Luxemburg. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, die Akteur*innen der neuen Klimabewegung zu treffen und ein Porträt über die neue Organisation zu schreiben.

Einen Monat später führte ich ein Interview mit Carlos Paulos von Pipapo, einer Initative für verantwortungsvollen Drogenkonsum: Den Rausch planen hieß der größte Teil, der lange nicht so oft geklickt wurde wie mein kleiner Cannabis-Spinoff im Netz namens „Cannabis ist schon längst verfügbar“.

Ende April startete dann der EU-Wahlkampf in Luxemburg. Ich startete das Projekt TV-Tagebuch EU-Wahlen und nahm Wahlwerbespots und nochmal Wahlwerbespots Teil 2 auf‘s Korn. Meine lustigsten Artikel dieses Jahr. Dazwischen musste ich mich über Kritik an den Klimademos aufregen, denn Klimaprotest ist kein Thermenurlaub. Auch über das weltweit steigende Artensterben berichtete ich.

Das Klimathema beschäftigte mich weiterhin, zum Beispiel in Form der Europäischen Investitionsbank, die angeblich den Wandel finanzieren will. Und dann zeigte Netflix endlich Neon Genesis Evangelion, womit ich einen Grund hatte, mir einen langgehegten Traum zu erfüllen und über Kampfroboter und Identitätskrisen schreiben konnte.

Im Juli schaute ich besorgt auf das Fediverse, dessen Infrastruktur auf einmal Rechtsextreme nutzen wollten: Kampf um das Fediverse. Außerdem beschäftigten sich viele mit der Mär vom Kunstrasenverbot, die ich untersuchte und herausfand, dass das alles nicht so schlimm war, wie es wirkte.

Im August schrieb ich viele Editos. Zumindest wirkt das so, wenn ich mir die Liste anschaue. Den Vogel abgeschossen hatten einige Leugner*innen der Klimakrise, die ich auseinandernahm. Auch die gerne vorgebrachte Idee, es würde ja niemand Bio-Lebensmittel kaufen wollen, ermunterten mich zu ein paar Zeilen zum Thema Landwirtschaft: Niemand will Bio?

Im September stand der nächste große Klimastreik vor der Tür und ich fühlte nochmal den Puls bei Youth for Climate. Dabei kam ich zum Schluss, die Bewegung sei schnell erwachsen geworden. Im Anschluss an die großen Demonstrationen schrieb ich ein Editorial mit dem schönen Titel Ändern oder untergehen. In der gleichen Ausgabe hatte ich zu Öko-Utopien geschrieben: Eine bessere Welt erträumen.

Im Oktober schrieb ich urlaubsbedingt nicht ganz so viel, mir ist vor allem mein Editorial zum Plastikmüll Nie wieder Eco-Sac! in Erinnerung geblieben. Und nach den Wahlen in Österreich hieß es: Der Heiland ist zurück.

Der November sah ähnlich aus (auch hier war ich eine Woche abwesend), ich schrieb über ökologische Steuerreformen und die schlechten Digitalkompetenzen luxemburgischer Schüler*innen.

Der Dezember war arbeitsreich, ich schrieb zum Beispiel über Wahlumfragen, über die ich mich immer nur ärgere. Oder über die schmutzige Wäsche, die bei der Piratepartei in Luxemburg gewaschen wurde.

Was ich 2019 auch gegen Geld machte: Über Sex reden. Und zwar beim wunderbaren luxemburgischen Sexpodcast Méi wéi Sex, den ihr natürlich alle abonieren und hören solltet.

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