Die Nebelwolkenzuckerwatte

Als ich etwas im Finger hatte.

Der Rauch, den ich aus meinen Lungen blase, wird sogleich zu der Zuckerwatte, die mich und die Person, die wir einst Ruth nannten, umgibt. Sie wird immer dichter, kommt näher. Ich blicke nach unten, aber ich sehe nicht einmal mehr meine Füße. Ich kann sie nicht spüren, obwohl ich sicher bin, dass diese Nebelwolkenzuckerwatte mich eigentlich schon berühren müsste. Vermutlich wird bald alles, was ich noch sehen kann, auf ewig eine neblige weiße Suppe sein. Instinktiv greife ich nach der Hand der Person neben mir.

Seit ein paar Tagen bemerke ich einen schwarzen Punkt auf meinem rechten Zeigefinger. Da nichts schmerzt, gebe ich nichts drauf. Heute muss ich natürlich daran herumfummeln, als wäre es ein Sport oder so. Selbstverständlich schmerzt es, und der Punkt ist wohl ein Splitter, der aber sehr klein ist, weswegen ich ihn im Büro mangels geeignetem Werkzeug nicht herausbekomme. Ich muss also damit warten, bis ich zu Hause bin. Es nervt mich den ganzen Tag, obwohl ich eigentlich besseres zu tun hätte.

„Oh, werden wir jetzt auf einmal anhänglich?“, fragt die Person, die wir einst Ruth nannten, etwas spöttisch.
„Ich hab Angst. Lach du ruhig. Ich will nicht von diesem Nebel verschluckt werden.“
Als ich das sage, überlege ich noch, ob es besser ist, auf ewig weiß zu sehen oder einfach die Augen zu schließen und so zumindest zu verhindern, dass meine Augen sich an der weißen Zuckerwatte reiben müssen, was ich mir aus irgendeinem Grund unglaublich eklig vorstelle.

Die Nebelwolkenzuckerwatte kommt immer näher.

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