Der Schlammweg

Als ich durch den Wald ging.

Ich werde gefragt, wie mein Tag war, und ich kann ausnahmsweise einmal ein positives Fazit ziehen. Ich weiß nicht genau, wie das gekommen ist, aber ich fühle mich tatsächlich nicht so schlecht. Vermutlich liegt es einfach nur an der einzigen Konstante, die mein Leben ständig verschlechtert oder verbessert: dem Sonnenlicht, das mehr oder weniger wird. Eventuell lag es aber auch daran, dass ich mich tatsächlich produktiv fühlte. Und natürlich denke auch ich, dass mein Wert in Produktivität gemessen werden kann, denn auch ich bin ein Kind dieser kapitalistischen Gesellschaft.

Im Wald ist das schon anders, ich spüre nur noch den Schlamm unter meinen Füßen, muss meine Schritte mit Bedacht setzen, während die Dämmerung sich über uns legt. 20 Minuten später und es wäre stockfinster, aber gerade läuft das mit diesem Drehen um diesen Stern und die Geschichte mit der Achsneigung für uns ganz gut, so dass ich mir nicht so viele Sorgen mache. Aber ich glaube nicht, dass es schon überstanden ist. Das Schlimmste kommt noch, so wie es immer zum Schluss kommt.

Irgendwann werde ich alleine auf dieser Lichtung stehen, es wird Sommer sein und alle ungesehenen Geschöpfe des Waldes werden aus ihren Höhlen kommen, auf mich zu, bevor ich mich in Licht auflöse.

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