Das Knallen

Als ich mich einrenken musste.

Ich knalle die Tür. Danach schäme ich mich dafür und kann mir eigentlich nicht einmal erklären, warum ich gerade so wütend war. Es hat einen Auslöser gegeben, aber ich finde den eigentlich nicht sonderlich auslösend und verstehe deswegen nicht, warum ich jetzt auf einmal so ein Trampel sein muss.

Ist das jetzt schon der Lagerkoller, nach einem halben Tag? Oder ist es einfach die Reaktion auf eine kalte Schulter, die ich mir einbilde? Ich spiele das Chemie-Spiel, das mich ein wenig ablenkt, weil ich mich darauf konzentrieren muss, das richtige zu tun und weil in meinem Kopf ein bisschen Glückshormone freigesetzt werden, wenn ich die Lösung sich auftut oder ich gar merke, wie ich meine Lösung noch etwas verbessern kann.

Vielleicht ist es okay, die Tür zu knallen, wenn niemand es mitbekommt oder alle denken, es sei ein Versehen gewesen, weil ich ja normalerweise keine Türen knalle. Vielleicht passiert das auch einfach manchmal, und ich brauche dann anderthalb Stunden, um mich mental wieder einzurenken und dann wieder so zu funktionieren, wie ich immer funktioniere. Vielleicht ist die Krise, die mich vor zwei Wochen einholte, noch nicht ausgestanden – und lediglich das Wetter ist besser?

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