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Der Nichtberg

Als ich den Niesel roch.

Ich stehe zu spät auf und weiß schon beim Müsli, dass der Tag nicht gut werden wird. Ich bin selbst Schuld daran, ich hätte es besser wissen können, aber ich höre so selten auf meine guten Einfälle und Ratschläge, seltener noch als andere Menschen. Aus irgendeinem Grund fülle ich die Watte in meinem Kopf nicht mit Kaffee, sondern versuche irgendwie zurechtzukommen. Es klappt natürlich nur so halb, bis ich am Nachmittag dann endlich anfange, zu schreiben. Es ist mühsam.

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Das Hellwachsein

Als ich zu viel rauchte.

Ich bin sofort hellwach. Vielleicht passiert das eher, wenn ich mich unwohl fühle, wenn ich das Gefühl habe, ich müsse etwas erledigen. Ich stehe schneller auf, trinke meinen Kaffee im Garten, erfinde wie jeden Tag das Konzept des Porridge neu (ich wärme Müsli mit Hafermilch in der Mikrowelle), rauche eine Zigarette, lese Mails, leite Mails weiter, mache mir einen zweiten Kaffee, sitze durch die Redaktionskonferenz über Videochat, koche mir ein Mittagessen, mache mir einen Kaffee, rauche eine Zigarette, lese wieder Mails, leite wieder Mails weiter, recherchiere mein Thema und überlege, dass ich wohl Menschen anrufen sollte, die mir mehr darüber erzählen können, suche dann die Telefonnummern dieser Menschen raus und schiebe meinen Anruf noch etwas auf, gehe nochmal in den Garten und rauche eine Zigarette, tätige endlich die Anrufe und habe interessante Gespräche, mache mir noch einen Kaffee, rauche noch eine Zigarette (ich rauche zu viel im Lockdown, es ist ganz schrecklich aber ich möchte auch nichts daran ändern), helfe kurz im Garten, sehe zu, wie der frischgesähte Rasen bewässert wird, fahre einkaufen, was unglaublich stressig ist, obwohl der Laden längst nicht so voll ist, freue mich auf das lange Wochenende, ziehe endlich den Schlauchschal von meinem Gesicht, mache einen Witz über Fastfood, obwohl ich eine Pizza gekauft habe, ich telefoniere im Garten und ärgere mich über den Rauch, der über allen Gärten liegt, weil alle grillen, bevor es bald wieder regnet, esse meine Pizza, trinke ein Bier, helfe bei einem Haarschnitt und finde keine Lösung für all die richtigen Probleme.

Das Kappen

Als ich in der Sonne stand und schwitzte.

Ich werde gefragt, ob alles in Ordnung ist, dabei habe ich einfach nur nicht auf mein Handy geschaut. Manchmal fragen die Menschen zu viel, manchmal fragen sie nicht genug, manchmal fragen sie nicht zum richtigen Zeitpunkt – wenn ich will, finde ich einen Grund, mich zu beschweren.

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Der Seegang

Als ich den Zustand des Schiffs begutachtete.

Es geht auf und ab. Mal ist die See, auf dem das Schiff dahingleitet, ruhig und glatt, dann ist wieder harten Seegang. Ich kann damit so schlecht umgehen. Noch immer ist kein Land in Sicht – und wenn es zu sehen ist, stellt es sich oft als Trugschluss heraus. Ich weiß nicht, wie ich in einer Woche, die dahingleitet wie jede andere Woche, behaupten könnte, es wäre eine besonders anstrengende gewesen – aber genauso fühlt es sich an. Aber der Mast hält, in manchen Stunden gibt es Wind in den Segeln, und viel mehr kann ich gerade nicht haben.

Der Bratbrei

Als ich müde war vom vielen Schreiben

Alles läuft besser, als ich erwartet hatte, und trotzdem dreht mir zu Mittag der Kopf. Ich kann mich überhaupt nicht auf mein Essen konzentrieren, so sehr muss ich noch daran denken, dass ich gerade in ziemlich kurzer Zeit einen Text runtergeschrieben habe. Ich mache mir kurz Gedanken über meine Arbeitsweise, meine Geschwindigkeit und die Tatsache, dass ich mir auch mal mehr Zeit nehmen könnte, die dann aber wieder von dem Fakt verdrängt werden, dass ich bereits mit einem Kaffee in der Sonne sitze und versuche, meine Mittagspause zu genießen. So ein merkwürdiges Konzept.

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Der Wassertank

Als es nicht die Zeit war.

Ein langer Text ist wie ein hoher Berg. Ich weiß, dass ich hoch kann, ich weiß nur nicht, wie lange Zeit es in Anspruch nehmen wird. Stets ist da der sonnige Garten, in den ich mich viel lieber setzen würde, wenn ich es mir aussuchen könnte.

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Die Dürre

Als ich nicht vorankam.

Ich habe dieses seltsame Gefühl, nicht voranzukommen, obwohl eigentlich nichts dafür spricht, dass das so sein sollte. Mit einer großen Hake bearbeite ich den Boden, und mein Werkzeug dringt einfach nicht durch die Krume. Neben dem Virus ist auch Dürre, aber so lange Wasser aus dem Hahn kommt, ist das nicht wirklich zu bemerken.

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