Die Blütenvorfreude

Als ich mit dem falschen Fuß aufstand.

Ich habe schon schlechte Laune, als ich aufstehe. Möglicherweise liegt es wieder einmal daran, dass ich zu wenig Schlaf bekommen habe, woran ich jedoch definitiv selbst Schuld bin. Ich könnte auch länger schlafen, wäre da nicht eins dieser Video-Meetings, die jetzt alle immer ständig haben wollen. Ich lerne, wie ich meinen Hintergrund im Video ändern kann, was zwar lustig, jedoch eher nutzlos ist.

Motiviert ist etwas anderes – was vermutlich daran liegt, dass am Ende des Tages noch ein solches Meeting lauert und ich mich nicht gerade darauf freue, was meiner Konzentration nicht förderlich ist.

Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Garten voller Tulpen sein wird. Sie stehen schon da, die ersten blühen auch schon, nächste Woche wird es so bunt sein. Dafür, dass ich meine Jugend damit verbracht habe, den Frühling und den Sommer zu hassen, freue ich mich nun ziemlich auf die warme Jahreszeit, oder zumindest auf Blätter in den Buchwäldern auf den Hügeln, zu denen ich vom Garten hochschauen kann.

Es ist noch ungewiss, was der Sommer bringen wird, wie wir ihn verbringen werden. Das Schiff segelt immer noch, oder fährt, das weiß ich nicht genau. Die Reise fühlt sich langsamer an, ich fühle mich entfernt von allem.

Die schlechte Laune verschwindet im Laufe des Tages. Möglicherweise habe ich eine gute Methode gefunden, mit der ich mich ablenken kann, auch wenn sie so stupide ist, dass es mir schon wieder peinlich ist. Ich sollte mich nicht so fühlen, wie ich mich fühle. Dass ich es tue, ist nichts, was ich beeinflussen kann. Aber immerhin kribbeln meine Hände nicht – die kleinen Dinge und so.

Immerhin kann ich mich auf die Blumen freuen.

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