Die Spätabendmelancholie

Als ich es immer noch nicht fassen konnte.

Der späte Nachmittag fühlt sich an wie ein Sommerabend und ich muss mir in Erinnerung rufen, dass ich nicht im Urlaub bin oder Sommerferien habe. Ich fühle mich leicht melancholisch, zwischen dem grandiosen Licht, meiner viel zu vielten Zigarette und dem lauten Radio der Nachbar*innen.

Das Gefühl von gestern ist weg, ich habe es in eine Ecke gedrängt. Zumindest bilde ich mir das ein. Während einer der vielen Videokonferenzen fülle ich einen Selbsttest aus, der mir sagt, was ich ohnehin schon wusste. Danke für Nichts, ich möchte weiter still vor mich hinleiden.

Die Schwere der Situation ist nicht fassbar. Über allem schwebt eine dicke, zähflüssige Müdigkeit, die ich beinahe sehen kann. Wir diskutieren alle, wie lange es noch dauern wird und ich erwische mich bei dem Gedanken, dass es ja gar nicht so schlimm ist. Vermutlich wünsche ich mir einfach eine ruhige Woche zu Hause, in der ich nichts tun muss. Es wird nie eine solche Woche geben, aber diesen Fakt mag ich nicht wahrhaben.

So habe ich mir die Apokalypse nicht vorgestellt, aber ich will sie dennoch enjoyen.

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