Die Unglaublichkeit der Wolken

Als ich den Horizont sah.

Wir machen einen Ausflug, wie vor fünf Wochen, als sich alles noch normal anfühlte. Es ist auch heute alles wie immer, nur dass das „immer“ ein anderes ist. Heute sind die Regale aufgefüllt, sogar Nudeln und Mehl gibt es so viel, dass ich es nicht wagen würde, eine Frage dazu zu stellen. Heute wirkt es merkwürdig, nur zwei Liter Hafermilch zu kaufen – ich kaufe natürlich einen dritten dazu. Vielleicht werde ich mich in einem Monat darüber wundern, wie wenig Hafermilch ich heute gekauft habe – wenn ich überhaupt noch Hafermilch kaufen werden kann.

Eigentlich möchte ich über etwas anderes schreiben, möchte nicht Chronist dieser merkwürdigen Zeit sein, aber es geht auch irgendwie nicht anders. Es fällt so schwer, überhaupt an etwas anderes zu denken, immerhin schwebt es über uns allen, über allem.

Es ist nur ein Monat vergangen. Alles wirkt so anders, wenn ich darüber nachdenke, und trotzdem fühlt es sich so vertraut an. Es blühen mehr Bäume, die Welt wirkt grüner, die Menschen tragen Masken, vor dem Eingang des Supermarktes kann ich mir die Hände desinfizieren. Alles fühlt sich an wie immer, nur anders.

Manchmal reicht es, ein paar Kilometer mit dem Auto zu fahren und irgendwo zu sein, wo die Hügel nicht so hoch sind, um die Weite des Horizontes und die Unglaublichkeit der Wolken über diesem merkwürdigen Land zu sehen. Ich suche einen Text, in dem ich dieses Gefühl schon einmal beschrieb, finde nur einen, der aus einem Foto besteht und später dann diese Weisheit: „Der Geschmack der Wassermelone dort, wo das Fruchtfleisch weiß und nahe der Schale ist, ist die einzige Konstante im Universum.

Ein Kommentar zu “Die Unglaublichkeit der Wolken

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