Das Mondlicht im See

Als ich an die Seenächte zurückdachte.

Es ist ein ruhiger, sonniger Tag, von dem ich zu viel vor einem Bildschirm verbringe. Im Endeffekt macht das nicht, weil ich den Rest der Zeit in der Gartenlaube sitze und lese oder esse oder rauche und am Ende des Tages trinke ich ein Bier, zu dem ich eigentlich Musik hören müsste, aber mir ist nicht nach Festival. Mir war noch nie nach Festival. Eigentlich sollte ich am See sitzen und die Nervosität und addierte Müdigkeit des letzten Abends spüren. Vielleicht würde ich auch dort ein Bier trinken, aus dem Automaten, der langsam arbeitet.

Ich würde in dem Zelt stehen und vielleicht sogar eine Runde tanzen, wenn dieses eine Lied spielt und für den Rest würde ich herumspazieren und mich fragen, was ich da eigentlich genau mache, in dieser Einsamkeit unter all diesen lieben Menschen. Ich habe keine Ahnung, wie oft ich mir das Herz gebrochen habe in der Annahme, irgendetwas könnte passieren. Aber irgendwann ist ja tatsächlich etwas passiert und bis heute begreife ich nicht, wie das sein konnte.

Über uns war der Mond, neben uns der See.

Einmal konnte ich in der letzten Nacht nicht schlafen und konnte den Sonnenaufgang am See fotografieren, den ich in der Hoffnung, es könnte noch einmal etwas passieren, hunderte Kilometer gen Osten schickte. Meistens ging ich zu früh von der Party in diesem Zelt schlafen, mit meiner Wärmeflasche und trat dann frühmorgens die Reise über den See wieder an.

Wie gerne ich wieder auf diesem Schiff wäre.

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