Die Ansage

Als es auf das Wellblechdach tropfte.

Der Regen kommt mit Ansage. Ich sitze gerade in der Laube und esse meine Nudelreste, von denen ich jetzt drei Mahlzeiten lang essen konnte. Erst wird es immer dunkler, ein schneller Wind weht, im Hintergrund ist bereits Donnern zu hören, ehe dann endlich die ersten Tropfen auf dem Wellblechdach zu hören sind.

Ich mag die Stimmung, die geladene Luft, aber ich verkrieche mich dann schnell in dieses Drinnen. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber ich fühle mich weniger gefangen. Als hätte das Schiff angelegt, aber ich würde trotzdem die meisten Tage an Bord bleiben, weil es sicherer ist und ich mich so daran gewöhnt habe. Der Regen verhindert meine diffusen Pläne, zumindest bis zum Wochenende.

Ich lese die Geschichten, die herumgehen, so viele ich kann. Es sind zu viele, ich kann mir keinen Überblick verschaffen. Nicht, wenn ich auch noch so viel anderes im Kopf behalten soll. Am späten Nachmittag erreicht mich ebenso unverhofft wie der Regen ein Telefonanruf. Ich sitze in der Laube, rauche, und genieße das Gespräch. Es ist fast wie damals, vor ewigen Zeiten, auf diesem Friedhof oder an dieser Bushaltestelle in Polen.

Ich erinnere mich, obwohl das alles längst im Sog der sich neu bildenden Zellen verschwunden sein sollte.

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