Die Feldkräuter

Als ich eine Wiese betrachtete

Nach einem Schlenker durch den Hauswald steige ich den Hügel herauf. Der Weg ist beschwerlich, sehr steil Trotz des bedeckten Himmels und dem Blätterdach über mir ist es heiß, ich sehne mich bereits jetzt nach einem Schluck Wasser. Ich verspreche mir selbst einen, sobald ich oben angekommen bin. Wenn ich diesen Pfad hinabsteige wirkt er viel kürzer. Ich muss an die 20 Kilometer denken, an den Aufstieg nach meiner Rast in dem kleinen Bergarbeiter*innendorf. Es fühlt sich ähnlich an, nur dass ich keine 15 Kilometer in den Beinen habe. Irgendwann bin ich angekommen, das Wäldchen lichtet sich, ich sehe einen großen Stein und stehe dann inmitten einer großen Wiese.

Irgendwo steht ein Schild, das erklärt, dass hier Feldkräuter angebaut werden, um diese selten gewordenen Arten zu schützen. Ich werfe einen kurzen Blick darauf, aber ich bin viel zu überwältigt von dem Anblick, der sich mir bietet, um es lange zu lesen. Schmetterlinge flattern von Blume zu Blume, der Wind geht, und über allem singen die Schwalben, die bereits bedrohlich tief fliegen. Ich genieße diesen Anblick, dieses Gefühl, diesen asphaltierten Weg zwischen den wunderbar wilden Wiesen, der halbgraue Himmel über mir und der Welt.

Ein Schluck Wasser aus der Plastikflasche hat nie besser geschmeckt.

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