Das Mock Chicken

Als ich diese Band hörte.

Ich kann immer noch die Mock Chicken-Streifen schmecken, die ich zum Abendessen hatte. Natürlich habe ich nach ein paar Stunden nicht mehr den Geschmack im Mund, aber die Erinnerung ist auf meiner Zunge immer noch lebendig. Knusprig angebratenes Umami, ein wenig zu salzig, vielleicht wegen dem Gomashio. Wie merkwürdig sich Geschmäcker ins Hirn brennen kann und wie seltsam es ist, dass ich nur wenige Stunde nach dem Essen schon wieder davon schwärmen kann, auf eine Art und Weise, die sehr körperlich ist.

Beinahe so, wie wenn ich dieses eine Waschmittel an Menschen rieche, das S. benutzt hat und das ich so sehr mit ihr verbinde. Ich bin immer ganz verwirrt, wenn ich es rieche und muss mich dann vergewissern, dass ich nicht in einer Kleinstadt in Österreich bin. Ich höre diese eine Musikgruppe, die ich wie keine andere mit S. (eine ganz andere S.) verbinde und muss daran denken, wie wir gegen eine Fensterbank gelehnt dastanden und uns so unschuldig anfassten, dass ich es selbst nicht mehr glauben kann.

Das ist auch einfach vor einem halben Leben passiert, was ich ebenfalls kaum glauben kann. Wie merkwürdig das alles ist, wie merkwürdig das Vergehen das Zeit ist. Ich werde so melancholisch, dass es schmerzt. Vielleicht überträgt sich auch das Gejammere des Sängers auf meine Stimmung, so heftig, dass ich es körperlich spüre. Mittlerweile habe ich einen Keks gegessen und kann mich nicht mehr an das intensive Umami des falschen Hühnchens erinnern.

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